Altersunterschied hält den Routinier fit
Trotz fortgeschrittenen Fußballeralters geht Yukan Das (l.) keinem Zweikampf aus dem Weg.

Nichts besonderes? Aber doch! Denn: Der Stürmer mit den graumelierten Haaren ist bereits 43 Jahre alt und nach Frank Scharpenberg (48/Victoria Clarholz II) der zweitälteste Kicker in dieser Liga.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters gehört Das zu den besten Torschützen im Kreisoberhaus. Mit bisher 15 erzielten Treffern steht der „Evergreen“ vom Pavenstädter Weg an fünfter Stelle. Im internen Mannschafts-Ranking nimmt er derzeit sogar Platz eins ein, gefolgt von seinem Mitstreiter Gabriel Fransesco de Oliveira Costa (14).

„Mir kommt entgegen, dass wir mit drei Spitzen agieren“, führt der Stoßstürmer seine gute Quote auch auf die offensive Spielweise zurück, die sein Trainer Robert Oral favorisiert. Mit der jetzigen Ausbeute gibt sich sein Schützling noch lange nicht zufrieden. „Ich bin mit dem Vorsatz in die Saison gegangen, mindestens 20 Buden zu machen. Schließlich weiß ich, was ich kann“, sagt Yukan Das selbstbewusst.

Wobei er nicht zuletzt von seiner großen Erfahrung profitiert. „Ich muss nicht mehr auf den Ball gucken, wenn er in den Strafraum reinkommt. Ich weiß instinktiv, wie ich das Leder annehmen muss, um einen Angriff erfolgreich abschließen zu können“, sagt der ehrgeizige Routinier des noch ungeschlagenen Tabellenführers. Nur ein vorzeitiger Abbruch der Meisterschaft, die wegen der Corona-Krise nicht ausgeschlossen scheint, könnte seinen 20-Tore-Plan zunichte machen.

Seinen gefühlten fünften Fußballfrühling verdankt Das, das Aramäer-Ass, auch seiner Fitness. Er freut sich immer noch auf jedes Training, obwohl er es bei den Altherren oder der Reserve weitaus gemütlicher hätte. „Dort wäre mir das Training zu lasch, zu locker. Ich muss immer 100 Prozent geben“, sorgt der Elektroinstallateur auch auf dem Sportplatz für wichtige Impulse seines Teams, das seinen Verfolger Grün-Weiß Langenberg auf zehn Punkte distanziert hat.

„Dass es so toll läuft, daran ist unser Trainer zu 50 Prozent beteiligt“, lobt Yukan Das Aramäer-Übungsleiter Robert Oral. Trotz des zum Teil beträchtlichen Altersunterschieds hat Yukan Das keine Probleme mit der jüngeren Generation. „Im Gegenteil: So bleibe ich doch jung. Es macht auch Spaß, mit den Jungs gelegentlich um die Häuser zu ziehen“, räumt der Oldie schmunzelnd ein.

Seit 25 Jahren kickt Yukan Das für seinen 1987 gegründeten Verein. Bis auf einen Abstecher zur damaligen Wiedenbrücker DJK („Ich habe es dort nur ein halbes Jahr ausgehalten“) ist Das den Aramäern stets treu geblieben – zwischendurch auch mal kurz als Trainer. Am Pavenstädter Weg gilt der sympathische Grauschopf jetzt schon als Legende. Die durch Corona bedingte Zwangspause nervt ihn allmählich. „Langsam gehe ich der Familie auf den Geist. Meine Frau fragt schon, wann endlich wieder trainiert wird“, erzählt der dreifache Familienvater (zwei Söhne, eine Tochter). Eigentlich, so sinniert Papa Das, wäre der greifbar nahe Aufstieg in die Bezirksliga ein perfekter Abschluss seiner langen Karriere. Doch er zögert noch – aus zwei Gründen: „Weil es in meinen Beinen immer noch juckt und ich mir die höhere Liga auch zutraue!“

SOCIAL BOOKMARKS