Antwerpen tritt zum Saisonende zurück
Ein rotes Tuch: Marco Antwerpen, hier frierend in Gievenbeck, kann die Diskussion um seine Person nicht ertragen und wird aufhören.

Dass der Übungsleiter überhaupt bis zum Saisonende weiterarbeitet, ist der Mannschaft zu verdanken, die Antwerpen beknieet hat, seinen Job zu Ende zu machen. Der wollte nämlich eigentlich sofort hinschmeißen. Dann ist eben im Sommer Feierabend. Marco Antwerpen wird am Saisonende als Trainer aufhören – vorerst ist wenigstens ein Jahr Fußball-Pause angedacht.

 „Irgendwann ist man am Ende der Kräfte. Man fragt sich, ob es das alles wert ist“, sagt er und meint vor allem den Rassismus-Vorwurf, der ihn mürbe gemacht und schwer erschüttert hat. Auch die überzeugende Leistung seines Teams in Gievenbeck stimmt ihn nicht um, dabei überwog gestern der Stolz auf seine Mannschaft den Frust des nahenden Abschieds allemal.

 „Ich kann nur den Hut ziehen, was dieses Team leistet, wenn man bedenkt, was alles auf uns einprasselt. Sehr cool“, kommentiert Antwerpen den Auftritt beim Oberliga-Letzten, der in der ersten Hälfte nach einem Torwart-Fehler Hinkerohes durch Kriwet in Führung ging (42.), dann aber gnadenlos unterging.

Nach der Pause diktierte Ahlen mit Hönicke als zweiter Spitze das Geschehen, und Alessio Wilms Dell’Unto war doppelt glücklich. Nicht nur wegen seines Doppelpacks zum 2:1, der zweite Treffer ein Traumtor aus 25 Metern (63./73.), sondern auch weil ausgerechnet am Sonntag Papa aus Italien angereist war, um seinen Sohnemann im Sportpark zu bestaunen. Das hatte sich wohl gelohnt. Julius Richter war schließlich der Schlusspunkt zum verdienten 3:1 vorbehalten (78.).

 „In der zweiten Halbzeit waren wir dann richtig fett in der Partie, aber die Einstellung war die ganze Zeit top“, lobt Antwerpen. Ganz ungetrübt war die Freude indes natürlich nicht und wird sie bis zum letzten Spieltag auch nie mehr sein.

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