Auf Sand gebaut: Nordtribüne versinkt
Auf diese Steine können sie nicht bauen: Die seit Monaten gesperrte Nordtribüne verkommt zusehens.

  Und eine Renovierung ist vorerst noch nicht abzusehen. Warum auch? „Die Osttribüne ist unter anderem komplett nutzbar, und bei diesen Zuschauerzahlen ist es tragbar“, begründet Christoph Wessels, Fachbereichsleiter Sport, warum der Eigentümer, die Stadt Ahlen, das sowieso nicht vorhandene Geld wohl kaum in eine teure Reparatur investieren würde.

Im Frühsommer wurde es bereits augenfällig: Auf der gesamten Länge hat wohl Oberflächenwasser von der Kirchner-Straße kommend, den Sand unter der Teerdecke weggeschlemmt. Das Resultat: Löcher, Hohlräume, Risse und eine deutlich sichtbare Absenkung des Bodens. Eine Gefahr für Leib und Leben. „So was renoviert man nicht mal eben mit nur ein paar tausend Euro. Zur Zeit sehen wir keine Dringlichkeit“, sagt Wessels, der annimmt, dass es sich bei diesem Schaden um eine „Einzelgeschichte“ handelt. Dass beizeiten die ganze Arena im Boden versinken könnte, das nimmt er nicht an.

 An Spekulationen, dass bereits bei dem Bau 1997 unter Zeitdruck gepfuscht wurde, dass man auf Sand gebaut haben könnte, beteiligt er sich nicht. Unglückliche Faktoren hätten zusammenkommen können, es sei möglich, man wisse es nicht. „Wir sind nur in der Verpflichtung das Ding in Ordnung zu halten“, konzentriert er sich pragmatisch auf das finanziell Machbare. RW Ahlen muss als Nutzer also damit leben, bereits jetzt ein Viertelchen eines angemoosten, angemürbten Stadions nicht mehr nutzen zu können. So vergeht der Ruhm der Welt.

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