Auf Zahnfleisch läuft es sich schlecht
Überrumpelt: Maximilian Dahlhoff (v.) kann dieser Gütersloher Attacke nichts entgegensetzen.

 Um wieder so ein tolles Fallrückzieher-Tor zum Ausgleich zu schaffen, dafür fehlte nicht nur Fatmir Ferati die Sprungkraft. Nein, die ganze rotweiße Truppe schleppte sich nur noch japsend dem Abpfiff entgegen. „Der Sprit im Tank war leer“, stellt Marco Antwerpen ungewohnt entspannt fest. Beim 1:2 gegen den FC Gütersloh hatte der Trainer an diesem sonnigen Pfingstsonntag ausnahmsweise nichts zu mäkeln. „Gütersloh hat leidenschaftlich gekämpft und den Sieg verdient.“

 Eine Stunde lang war’s ein offener Schlagabtausch: Ahlen kam über die kraftraubende Emotion, Gütersloh über links, wo die umgebaute RW-Defensive am ihrem rechten Ende am anfälligsten war. Baumbach und vor allem Lindner, der sich haarsträubende Fehler leistete, standen gegen Röber und Aktas oft auf verlorenem Posten.

 Dennoch waren es die Gastgeber, die zuerst mehr Erfolg hatten. Beuckmann rempelt Baumbach um, und Ferati verwandelt den Strafstoß zum 1:0 (27.). Rund 60 Minuten lang kämpften so die taktisch Stärkeren (Gütersloh) gegen die bemüht Kreativen (Ahlen), ohne dass sich eine Seite durchsetzte. Dann deutete sich der Ahlener Kräfteverfall an, so langsam und zäh wie wie ein Migräne-Schub. Vorne verzettelten sich Birdir und Cabuk in Soloaktionen, statt gute Chancen direkt zu nutzen; Dahlhoff und Baumbach bettelten bereits vergeblich um ihre Auswechslung – das Kontingent war bereits erschöpft.

 „Ich hatte schon Krämpfe, mir fehlt die Spielpraxis“, musste auch der erstmals von Beginn an verteidigende Czichowski die Zähne aufeinanderbeißen. Die Konsequenz kam so glatt daher wie eine Schlange im Butterfass: Gütersloh blieb dran, stellte den Kampf nicht ein und setzte sich verdient in nur drei Minuten durch. Zuerst staubt Schubert einen Kopfball-Treffer an den Pfosten von Degelmann zum Ausgleich ab (78.), dann trifft Warweg im Nachschuss, nachdem Hinkerohe Beuckmanns Ball nur abwehren konnte (81.).

Das war’s dann auch. Die drei Minuten Nachspielzeit, die Ahlen noch im November im Heidewald den einen Punkt gerettet hatten, auf die hätten sie diesesmal gerne verzichtet. Keine Puste mehr fürs Traumtor.

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