„Aufstieg“? Pfui, das sagt man nicht
Taktikfüchse: Torwartrainer Klaus Kühn (l.) und Christian Britscho tüfteln was aus. Eine Strategie für den Aufstieg? Nein, das Wort war beim Trainingsstart gestern noch verboten.

„Alle topfit“, meldete der Übungsleiter auf der gestrigen ersten Einheit des Oberligisten. „Keiner Übergewicht.“ Und gestand dann wenigstens bei einem Kandidaten ein paar Gramm zu viel: „Bis auf den Trainer ...“

Nun muss der ja auch nur planen, aber nicht rennen, wenn es um den großen Traum vom Regionalliga-Aufstieg geht. Und so britzelt Britscho vor Tatendrang: „Alles perfekt, um sich nun fünf Wochen bis zum Start vorzubereiten.“ Nur auf den Start?

Das böse Wort „Aufstieg“ ist trotz eines feinen dritten Platzes ebenso „pfui“ wie Pferdebohnen mit dicker Soße. „Wir gehen in die entscheidende Phase der Saison“, macht Britscho den feinen Unterschied klar – Saison! Nicht: Aufstieg. Nur keinen unnötigen Druck am ersten Arbeitstag.

Dabei sind sie an der Werse schon tapfer dabei, die Mannschaft neu zu formen. Neben dem Offensiven Rion Latifaj, der schon in der Halle zaubern durfte, bewirbt sich schon länger Rechtsverteidiger Phillip Aboagye (19) aus der Wattenscheider Konkursmasse, der für die U19 des Zweitligisten VfL Bochum 20 Partien in der A-Junioren-Bundesliga absolviert hat. Defensiv will auch Arton Balja (23), der schon für die Osnabrücker und Paderborner Reserven aufgelaufen ist, den Trainer überzeugen.

Schließlich müssen Robin Glincka und aktuell nun auch noch Niklas Frede ersetzt werden. Frede braucht aus privaten Gründen eine mittelfristige Auszeit, die ihm auch gewährt wurde. In Gesprächen mit einem Nachfolger für Stürmer Marko Onucka sei man auch schon recht weit, versichert Britscho.

Was wohl auch dringlich ist, denn da sieht der Trainer die größte Baustelle: „Wir müssen brutaler vor dem Tor werden“, hat Britscho die Chancenverwertung auf den Winter-Stundenplan geschrieben. Und sonst? Abläufe verfeinern, die Balance zwischen Offensiv-Risiko und Defensivverhalten beibehalten – alles gut, ist ja schon länger das Prunkstück der Rotweißen. „Was gut funktioniert, muss man nicht ändern“, nickt Britscho glücklich.

Dann fällt ihm doch noch was ein: die eigene Fitness. „Ich gelobe Besserung“, grinst er. Ein paar Waldläufe, und er erreicht die Mannschaft auch wieder. Versprochen!

Lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Glocke auch ein kurzen Interview mit Manager Joachim Krug zum Thema.

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