BSK-Jugend holt drei DM-Titel nach Ahlen
Faust um Faust: Der BSK Ahlen meldet sich mit seinem Nachwuchs in der nationalen Elite zurück. Mariella Langer, Trainer Mehmet Sahin, Justin Sahin und Melissa Schmik (v. l.) bringen drei DM-Titel zurück an die Werse, so viel wie noch nie.

 Melissa Schmik ist mit ihren zarten 13 Jahren nicht die einzige herausragende Kämpferin, auf die der Boxsport-Klub (BSK) Ahlen gerade furchtbar stolz ist. Der Verein mit der großen Faustkampf-Vergangenheit hat sich eine Jugendarbeit aufgebaut, die in diesen Tagen erste goldene Früchte trägt.

Drei Deutsche Meister-Titel hat der Nachwuchs jetzt zurück an die Werse gebracht – so viel wie noch nie. „In Stoßzeiten arbeiten wir zu unseren Trainingsabenden mit 35 bis 40 Leute in der Halle. In letzter Zeit haben wir acht Anfänger im Alter von 14 bis 19 Jahren hinzugewonnen“, opfert Mehmet Sahin seine freie Zeit gern, um den Jugendlichen an vier bis fünf Abenden die Woche linke Geraden und Aufwärtshaken beizubringen.

Der ehemalige BSK-Kämpfer und jetzige Trainer hat aber auch sehr nahe liegende Gründe für sein großes Engagement: die anderen beiden Titelträger, der 13-jährige Justin Sahin und Mariella Langer (17), sind sein Sohn und seine Nichte.

 „Das war schon überraschend“, sagt Mariella über ihren Finalsieg in Velbert. „Nach einem Jahr Pause hatte ich gerade mal sechs Wochen Vorbereitung.“ Langer, die seit ihren zwölften Jahr boxt, kann sich nun auf die Berufung zum Länderkampf gegen den holländischen Kader in Rotterdam freuen.

 Justins Erfolg war – ebenso wie der der gleichaltrigen Melissa – ein Sieg der Technik gegen pure Kraft. „Alle Gegner waren größer als er“, sagt Papa Mehmet stolz. Auch hier entschieden Schnelligkeit und überlegene Kampfführung – zum Titel gab es für Justin auch noch die Auszeichnung zum besten Kämpfer des Turnieres.

Und so ließ sich der Verein auch nicht lumpen. Am Donnerstag gab es zur internen Ehrung für die Rückkehrer auch noch einen ordentlichen Geldbetrag vom BSK, vielleicht ein bisschen Taschengeld, wenn Justin und Melissa mit dem Nationalteam nun Ländervergleich nach Irland reisen.

Genau das, was Melissa, die schon mit zehn Jahren auf Anhieb NRW-Meisterin geworden ist, so liebt: „Neues erleben, Freunde finden“, verrät sie, was die ganze Schinderei so wertvoll macht. „Und natürlich die ganze Energie rauslassen!“ Ihre Gegnerinnen wissen, was sie damit meint.

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