Beim SC Verl ist „Plan B“ gefragt
Bild: Dünhölter
Mit einem torlosen Remis mussten sich Marco Stojanovic (r.) und der SC Verl im Hinspiel beim 1. FC Kaan-Marienborn begnügen.
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Abgesehen von der 1:6-Niederlage gegen den Südwest-Regionalligisten Kickers Offenbach hat der SC Verl eine gelungene Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil in der Fußball-Regionalliga absolviert und sich in den übrigen Testspielen keine Blöße gegeben. Daher möchte Trainer Guerino Capretti beim Neustart am Samstag gerne an die überwiegend erfolgreichen Auftritte kurz vor der Winterpause möglichst nahtlos anknüpfen und im Heimspiel (Anstoß 14 Uhr) gegen den Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn endlich den dritten Heimsieg der Saison perfekt machen.

„Zu alten Stärken zurückfinden“

Denn ausgerechnet in der schmucken Sportclub-Arena hinken die Schwarz-Weißen in dieser Spielzeit den Erwartungen etwas hinterher. Nicht nur, dass mit dem 3:1 über Fortuna Düsseldorf II und dem 4:0 über den Nachbarn SC Wiedenbrück erst zwei Heimsiege gelangen, sämtliche fünf Saisonpleiten kassierte das Capretti-Team in seinem Wohnzimmer. Da verwundert es kaum, dass Verls Trainer für die noch ausstehenden 13 Punktspiele in dieser Serie einen Wunsch hat: „Wir müssen wieder zu unseren alten Stärken zurückfinden.

Probleme in der Defensive

Schließlich hatten wir einmal mit die beste Abwehr der Liga.“ Allerdings fällt in der Defensive für die Partie gegen Sprockhövel neben Innenverteidiger Julian Schmidt auch Rechtsverteidiger Sergej Schmik aus. Julian Stöckners Ferse schmerzt, zudem gönnte sich Jonas Acquistapace gestern einen Tag trainingsfrei, da er sich unwohl fühlte. Und Jannik Schröder muss mit einer Adduktoren-Zerrung passen. Daher muss Capretti ausgerechnet die Abwehr wieder einmal umbauen, „jetzt ist Plan B gefragt“.

SCW: Zwiespalt zwischen Realismus und Hoffnung

Das ist durchaus ein Zwiespalt: Zum einen sagt Björn Mehnert vor dem Start der Rückserie am Samstag (14 Uhr) mit dem Gastspiel bei der starken U23 von Borussia Dortmund: „Es wäre vermessen zu sagen, wir müssen dort oder nächste Woche gegen Köln unbedingt etwas holen.“ Zum anderen weiß der Trainer des SC Wiedenbrück jedoch auch: „Um am Ende der Saison genügend Punkte zu haben, dürfen wir in den Spielen gegen die ersten Vier der Tabelle nicht punktlos bleiben.“

Klopft der BVB nochmal oben an?

Und genau dazu zählt der BVB, der aktuell auf Rang vier steht, im Tableau aber definitiv noch nach oben schielt. „Dortmund hat mit Sicherheit noch die Ambition, oben anzugreifen.“ Offiziell wird beim BVB von Platz zwei als Zielsetzung gesprochen, hinter vorgehaltener Hand dürfte aber wohl noch auf Ausrutscher des bisher so souveränen Spitzenreiters Viktoria Köln gehofft werden. Entgegenkommen könnte dem SCW als erster Dortmunder Gegner nach der Winterpause der Trainerwechsel: Mitte Januar wurde Jan Siewert von Huddersfield auf die Insel und in die Premier League gelockt. Dessen Nachfolger heißt Alen Terzic, der zuvor Scout des BVB und davor Trainer des Oberligisten Brünninghausen war.

„Wissen nicht, was auf uns zukommt“

„Ich weiß nicht, ob das wirklich ein Vorteil ist“, rätselt Mehnert, der auf das Hinspiel verweist, das sein SC Wiedenbrück mit 1:0 gewann – und das, obwohl Dortmunds Amateure in Person von Julian Weigl, Alexander Isak oder auch Sergio Gomez ordentlich Unterstützung von den Profis hatten. „Da ist es uns vorher sehr gut gelungen, das Spiel des BVB zu lesen. Jetzt wissen wir nicht genau, was auf uns zukommt“, gibt Mehnert einen Einblick in seine Gedankengänge.

Weitere Hintergründe zu den Partien des SC Verl und SC Wiedenbrück am 22. Spieltag der Regionalliga West lesen Sie am Samstag, 16. Februar, in der „Glocke“.

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