Berkan Taz macht die Überraschung perfekt
Foto: SC Verl
Berkan Taz (r.) schoss den SC Verl zum achten Saisonsieg.
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 Als Ersatzmann des verletzten Mittelstürmers Zlatko Janjic schoss Taz in der letzten regulären Spielminute den alles entscheidenden Treffer und krönte so eine kaum noch für möglich gehaltene Aufholjagd. Schließlich lag der Sportclub bis zur 85. Minute mit 1:3 im Hintertreffen. Als „überragendes Gefühl“ stufte Taz deshalb sein Tor zum 4:3 ein und erklärte die Wende so: „Wir haben nie aufgegeben.“ 

Vorübergehend nicht ganz so glücklich wie Taz schien dessen Teamkollege Sascha Korb zu sein. Zumindest in der 56. Minute, als er für Winter-Neuzugang Mael Corboz vom Platz musste. „Ich hätte halt gerne weitergespielt. Es ist doch normal, dass jeder Fußballer auf dem Platz stehen möchte“, gewährte Korb einen Einblick in seine Gefühlslage. 

Vor dem Anpfiff habe sich die Mannschaft auf einen Sieg eingeschworen, denn „wir fahren doch nicht acht Stunden bei dem Wetter nach Unterhaching, um dann mit leeren Händen die Heimfahrt anzutreten. Ich glaube, dass hat man auch gesehen, denn bis zum Schlusspfiff haben wir alles reingehauen“. 

In den April 2013 fühlte sich Raimund Bertels im Unterhachinger Schneeregen zurückversetzt. Damals saß Verls Vorsitzender im Dortmunder Stadion, als der BVB in der 82. Minute gegen Malaga das 1:2 kassierte und dank der späten Tore von Reus und Santana noch den Einzug ins Halbfinale der Champions League schaffte. „Beim SC Verl habe ich so etwas noch nicht erlebt, das ist schier unvorstellbar und kann man sich nicht erklären“, wertet Bertels die späte Wende als Zeichen dafür, dass die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti über eine hervorragende Mentalität verfügt: „Die drei Punkte sind immens wichtig für unser Selbstvertrauen.“

Auch wenn der Sportclub als Tabellensechster nur zwei Punkte Rückstand auf den Rangzweiten TSV 1860 München aufweist und noch das Nachholspiel gegen den FSV Zwickau am kommenden Dienstag in der Hinterhand hat, stapelt Raimund Bertels beim Ausblick auf den weiteren Saisonverlauf tief: „Wir schauen nicht nach oben.“ Sorgenvolle Blicke nach unten sind beim Aufsteiger jedoch auch nicht angesagt.

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