Bezirksliga bleibt die Wohlfühlzone
Bild: Rollié
Vorne links, vorne rechts, im Angriff und falls nötig auch hinten links: Johannes Drees (r., hier gegen Neubeckums Dominik Plugge) ist einer von vielen Liesborner Spielern, die variabel einsetzbar, technisch stark und torgefährlich sind. Im Schnitt treffen die Westfalen vor eigenem Publikum fast vier Mal pro Spiel. Damit ist der Tabellenführer auch in dieser Statistik spitze. 
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Dennoch rangiert der Club nun wieder an der Spitze der Bezirksliga-Staffel 7.  Träume von Meisterschaftsduellen gegen die große Beckumer SV, für die Klingen einst in der Oberliga als Spieler auf Torejagd ging, gehören aber weiterhin nicht zum Repertoire der Kanariengelben. Sie bleiben sich stattdessen treu und postulieren die Bezirksliga als ihre persönliche Wohlfühlzone.

Mit gutem Grund, denn viele der überwiegend selbst ausgebildeten Akteure der Westfalen sind noch jung, stecken mitten im Studium oder in der Ausbildung – teilweise weit entfernt von Liesborn. Selbst wenn sie wollten, könnten sie kaum mit der nötigen Regelmäßigkeit und Intensität trainieren, um den Anforderungen einer höheren Spielklasse gerecht zu werden.

Außerdem stellt sich die Frage, inwiefern die Landesliga tatsächlich Vorteile bieten würde. Die sportlichen Duelle wären nicht unbedingt reizvoller als jetzt in der Bezirksliga. Dort spielt Liesborn derzeit munter oben mit und erfreut die regelmäßig in großer Zahl zum schmucken Vereinsgelände strömenden Anhänger mit attraktivem Fußball.

Nach einer Mini-Krise mit drei Niederlagen in Folge ist das Team nach dem 3:0-Sieg gegen Vorwärts wieder spitze. Der Erfolg entsprang zwar keinem der üblichen Husarenritte mit begeisterndem Angriffsfußball, belegte aber die außergewöhnliche Kaderqualität und Vielseitigkeit der Spieler.

Trainer Markus Klingen verfügt über zahlreiche technisch gute Akteure, die auf verschiedenen, teils ungewohnten Positionen zuverlässig ihre Aufgaben erledigen. Gegen Vorwärts beispielsweise spielte der auch in der Offensive sehr starke Julius Jelden-Thurm erneut rechter Verteidiger. Auf der anderen Seite der Kette stutzte der angestammte Sechser Thomas Knüwer den rechten Angriffsllügel der Ahlener Gäste.

 Zur Krönung rückte der etatmäßige offensive Außenspieler Johannes Drees, der nach gut einer Stunde ins Spiel kam, auf die Position Knüwers. Unorthodox, aber mit Erfolg, denn die Abwehr der Gastgeber hielt weiterhin stand.

Schauen wir mal, welche Überraschung Markus Klingen für das schwere Spiel am Sonntag, 3. November,  beim Dritten Wiescherhöfen im Köcher hat.

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