Blockierter Aufstieg, treue Vereine
Wieder nichts! Oeldes Patrick Franz ist nach der zweiten Niederlage gegen Freckenhorst frustriert.

 Und viele Konkurrenten aus dem Fußballkreis Beckum tun dies auch. „Man fühlt mit, wir sind alle Trainer, es ist echt hart“, sagt zum Beispiel Selim Smajkic vom SV Neubeckum. „Die Sache an sich nervt, es zählen nur zwei Spiele, an denen man ja auch mal einen schlechten Tag erwischen kann.“ Auch Dennis Averhage, der zuletzt mit Vorhelm zweimal Vizemeister wurde und auch in den „Genuss“ solcher Spiele hätte kommen können, pflichtet bei: „Der erste Platz wird nicht belohnt. Das ist schon fragwürdig.“

Und die Oelder selbst ärgern sich natürlich immer noch über die Vergabepraxis: „Auch die Freckenhorster haben gesagt, dass es ein No-Go ist. Ich weiß nicht, wie man das erklären kann. Wenn man Erster wird, gibt es normalerweise einen Preis dafür“, erklärt Trainer Dominik Kretz.

 Doch was ist die Alternative? Während Vereine wie Roland Beckum II oder RW Ahlen II aufrüsten und solche Aufstiegsspiele vielleicht mal gewinnen könnten, droht dem Rest der Liga der dauerhafte Klassenverbleib. Grund genug, mal bei den „Aufstiegsverdächtigen“ nachzufragen, ob nicht vielleicht sogar ein Kreiswechsel infrage käme. Davon will aber aus verschiedenen Gründen niemand etwas wissen. „Enniger gehört in den Fußballkreis Beckum“, sagt zum Beispiel Christian Maschinski, der mit dem SuS lieber die zwei unangenehmen Aufstiegsspiele in Kauf nehmen würde.

 Auch Oeldes Kretz verweist auf den langen Rattenschwanz, den diese Entscheidung mitbringen würde: „Dann muss ja der Gesamtverein wechseln, das geht für unsere vielen Jugendmannschaften aufgrund des langen Weges nicht.“ Auch die Derbys würden wegfallen, wie Averhage und Smajkic im Gespräch mit der „Glocke“ anmerkten. Was als Möglichkeit offen bliebe, wäre ein Zusammenschluss mit einem anderen Kreis, beispielsweise mit dem Kreis Münster. Dieser wurde bereits diskutiert, aber immer wieder abgelehnt.

„Es ist alles nicht ganz so einfach“, sagt Dennis Averhage. Auch Smajkic gibt zu denken: „Wo zieht man dann die Grenze?“ Für Dominik Kretz käme es auf die Organisation an: „Das muss dann von der Zusammenlegung her Sinn ergeben.“ Pauschal ablehnen wollte einen Zusammenschluss aber keiner der Gesprächspartner.

Lesen Sie dazu ein Interview mit dem Kreisvorsitzenden Manfred Mielczarek in der Glocke am Mittwoch

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