Bloß keine Hektik am ersten Tag
Die ersten sind da, der Grundstock steht: (o. v. l.) Trainer Mircea Onisemiuc, Miguel Rafael Lopez Zapata, Kamil Waldoch, Jan Klauke, Torwarttrainer Klaus Kühn, (u. v. l.) Justin Perschmann, Tim Kallenbach, Bilal Abdullah und Jonathan Mellwig.

Und da Assistent Svante Rasmus den Trainingsauftakt Sonntag Mittag mal ausgelassen hat, verteilt RW Ahlens Trainer die Hütchen und Laufstangen selber. Kleine Meditationsübung? „Kein Problem für mich“, sagt er mit einer heiteren Gelassenheit, die sich wohl heilsam auf die ganze Vorbereitung legt. Was auch nötig ist, denn zum Dutzend Spieler des Regionalligisten kommen bislang keine Zusagen hinzu, dafür aber Optionen. Von den 16 Mann, die gestern vor etwa 70 Zaungästen am Wersestadion schauliefen, waren immerhin wieder sieben auf Probe dabei.

 André Witt, Emre Karaca und Rouven Meschede fehlten zwar noch entschuldigt, aber es war auch so voll genug. Am Start sind der A-Jugendliche Raphael Northoff, Hasan Bastürk aus der Reserve und drei rumänische Ex-Profis, die ihr Landsmann Onisemiuc noch etwas vorsichtig bewertet.

„Abwarten. Die müssen in unser System mittragen, sich in Deutschland anpassen und nicht nur gleichwertig sein, sondern besser als die, die wir haben“, setzt der Trainer hohe Maßstäbe. „Bei einem hab ich schon ein gutes Gefühl“, so Onisemiuc. „Kein Fehlpass im Training, das war schon was.“ Aber auch hier: kein Stress, alles kommt zu dem, der warten kann.

Unter anderem Aldin Kljajic (25), linker Verteidiger vom Regionalligisten BSV SW Rehden, der erst am 1. Juli einsteigen darf oder auf zwei Offensive, die sich heute empfehlen wollen. Wird schon, keine Panik. Auch ins Trainingslager am 7. Juli muss lange nicht der ganze Kader von über 20 Mann mitkommen. „Hauptsache, die 15 Spieler sind dabei, auf die ich setze“, nickt Onisemiuc. Der Rest würde sich schon finden. „Wenn die so spät von anderen Vereinen kommen, dann sind die fit“, reicht ihm es, wenn die Kandidaten „hungrig“ seien. „Keine Hektik, wir setzen eben auf Qualität.“ Und die schließt Hast und Eile aus.

Dirk Neuhaus` letzter Kampf

Auch der Vorsitzende gab sich gestern die Ehre. Kleine Ansprache an die neuen Spieler, und wohl eine der letzten Amtshandlungen von Dirk Neuhaus. „Dass man nach fünf Jahren Kampf in der Insolvenz mal ausgebrannt ist, das bleibt einfach nicht aus“, sagt der Präsident RW Ahlens, der sich darauf vorbereitet in der kommenden Mitgliederversammlung seinen Sessel zu räumen. „Ich muss nicht unbedingt weitermachen, ein Posten im Aufsichtsrat kann ich mir auch vorstellen“, blickt er voraus auf das sich anbahnende Ende der Insolvenz.

Die mit Sicherheit sein wichtigstes und größtes Erbe sein wird, bevor andere den großen Umbruch in Angriff nehmen. „Und zwar von ganz oben angefangen“, sagt Sponsor Heinz-Jürgen Gosda.

 Dennoch: Bis dahin hakelt es wieder etwas. Gläubiger Peter Evers, der gestern seine schriftliche Zustimmung zum Insolvenzplan vorbeibringen sollte, fehlte. Am Samstag noch, so Evers, habe man ihn erneut herunterhandeln wollen. „Es war alles abgesprochen, ich bin dieses Gelüge einfach leid“, ist Evers sauer und fühlt sich hintergangen. „In letzter Minute versucht dieser Verein alles wieder zu verdrehen.“

Ohne der Ahlener Forderung nachzugeben hat er seinen Besuch abgesagt und zitiert die RW-Delegation nun nach Hannover. Am 1. Juli ist Stichtag. Bis dahin sollten sich die Parteien einigen. „Werden wir wohl“, sagt Evers und seufzt. „Es macht keinen Spaß mehr.“

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