Boxerin Tissen ist voll im Training
Archivbild: Havelt
Gemeinsame Erfolge und den nächsten Weltmeisterschaftstitel wollen die 33-jährige Warendorfer Profiboxerin Elina Tissen (r.) und ihr Beckumer Trainer und Manager Maiki Hundt möglichst noch in diesem Kalenderjahr wieder feiern.
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Selbstverständlich wurde der für den 16. Mai in der Hiltruper Stadthalle vorgesehene Weltmeisterschafts-Kampf um die Krone der WBF (World Boxing Federation) abgesagt. „Selbst wenn wir vielleicht ohne Zuschauer hätten boxen können, würde das keinen Sinn machen“, sagt Trainer und Manager Maiki Hundt (Beckum).

Ausgebremst nach Hand-Verletzung

Sein Schützling hatte natürlich auf diese WM-Chance gebrannt und sich bereits in Richtung Mai vorbereitet. „Ich freue mich sehr, nach meiner Verletzungspause (Hand-Operation) wieder fit in den Ring steigen zu können. Ich hoffe die Bude wird brennen“, hatte Tissen noch kurz vor der weltweiten Ausbreitung des Corina-Virus gesagt. Brennen wird die Bude in Hiltrup nicht und schon gar nicht Mitte Mai.

Was aber brennt, ist der Ehrgeiz von Tissen, die ihr tägliches Training im eigenen Gym abspult, um fit zu sein und zu bleiben. Ein echter Vorteil in diesen Zeiten, den die Warendorferin als Individualsportlerin mit eigener Trainingshalle hat. Für alle anderen, die dort eigentlich trainieren, bleibt die Halle natürlich weiterhin gesperrt.

WM-Kampf vor 200 Zuschauern geplant

Manager Hundt und Tissen haben aber bereits einen Plan gemacht, wie es weitergehen soll. „Eine Veranstaltung zu planen, braucht Monate Vorlauf“, weiß Hundt. Da ein Zeitpunkt in Corona-Zeiten aber unmöglich vorherzusehen ist, macht man nun aus der Not eine Tugend. Der nächste WM-Kampf wird nämlich in der Trainingshalle in Freckenhorst vor 200 Zuschauern ausgetragen.

„Es geht uns darum, nachdem es wieder erlaubt und möglich sein wird, möglichst schnell wieder in den Wettkampfbetrieb einzusteigen. „Um das in unserer eigenen Halle zu organisieren, reichen vier bis sechs Wochen Vorlauf“, sagt Hundt. Der Weltverband WBF hat dieses Vorhaben bereits abgesegnet.

Anvisiert hat man im Tissen-Boxstall den Oktober oder November. Es soll eine große Nummer in kleiner Halle werden. „Mit dem Flair einer Großveranstaltung“, sagt Hundt. „Wir bleiben im Training und sind jederzeit bereit. Voraussagen zu treffen, ist derzeit unmöglich. Den Plan haben wir aber nun in der Tasche.“

„Das wird eine einmalige Sache“

Dass eine Profiboxerin mit eigener Trainingshalle, in der auch Trainingsgruppen beheimatet sind, bei der derzeitigen Schließung Einnahmen fehlen, ist klar. „Aber wir kommen noch klar“, sagt Trainer Maiki Hundt zuversichtlich. „Andere trifft es da sicher härter. Wir kommen irgendwie über diese Zeit hinweg.“

Der Vorteil der eigenen Halle ist es aber eben, dort auch offizielle Kämpfe abhalten zu können. Es wird zwar lediglich vor 200 Zuschauern stattfinden können, beinhaltet aber den Vorteil, möglichst schnell nach der Corona-Krise einen wichtigen Schritt zurück in den boxerischen und sozialen Alltag machen zu können.

Eigene Halle ist nun gute Option

„Das wird dann eine etwas exclusivere Veranstaltung“, weiß Hundt schon jetzt. „Und das wird sicher eine einmalige Sache werden. Eigentlich wollten wir so etwas nie machen, jetzt ist es aber zu einer richtig guten und vor allem schnell umzusetzenden Option geworden“. Die ist ausschließlich der aktuellen Situation geschuldet. „Wir müssen terminlich auf niemanden Rücksicht nehmen und können selbst entscheiden, wann genau wir boxen“, erklärt Hundt. „Es soll wie auf einer großen Veranstaltung sein, nur eben in einem kleineren Rahmen.“

Trotzdem ist derzeit natürlich noch Abwarten angesagt. Niemand kann die Entwicklung sicher Voraussagen. Sicher ist lediglich, dass Tissen sich auch jetzt schon im Training auf das vorbereitet, was da irgendwann kommen wird. Und das soll ihr WM-Kampf Nummer 17 sein.

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