Brauseköpfe scharf auf den Westfalenpott
Und gleich noch einmal: (v. l.) Felix Bechtold, Timo Achenbach und Sören Stauder haben Spaß in Gladbach und würden gerne heute gegen Wattenscheid nachlegen.

 „Leichte Vorteile“ sieht Manager Joachim Krug beim Gast und Pokal-Final-Gegner SG Wattenscheid. „Die sind Favorit“, weiß auch der Trainer-Stellvertreter Kruphölter, dass sein zweiter Job bei RW Ahlen ebenso heikel ist wie der erste und vielleicht noch schwerer zu bewältigen.

Die Regionalliga halten gegen etwas fußballfaule Gladbacher, das war natürlich trotzdem schon große Klasse. Jetzt aber locken die Pokalgelder, und da werden Vereine zu Hyänen. Heute balgen und beißen sich am Samstag ab 12.30 Uhr im Wersestadion zwei ganz arme Vereine um die wichtige Finanzspritze. Sowohl Ahlen als auch der Regionalliga-Achte Wattenscheid brauchen die rund 150 000 Euro für den Einzug in die Pokal-Hauptrunde, um alte, lästige Rechnungen zu begleichen. Bis zum Westfalenpokal-Finale läpperten sich gerade einmal 5000 Euro zusammen, die reichen nicht mal für einen feuchten Kehrichthaufen. Nein, der dicke Batzen, der kommt erst noch.

 Aber das sind nicht Kruphölters Sorgen. „Ich bin nicht dafür da, dass der Verein Gelder akquirieren kann“, macht er einen klaren Unterschied. „Ich will, dass sich die Jungs für ein Jahr tolle Arbeit belohnen.“ Der Saisonhöhepunkt vor einigen tausend Zuschauern findet nun aber definitiv ohne den Kapitän statt. „Die Tür stand offen für ihn, aber er hat sich anders entschieden“, beteuert der Trainer sein Bemühen um Felix Backszat, mit dem aber kein Kompromiss mehr gefunden wurde.

 „Ich arbeite mit den Jungs, die bereit sind“, plant Kruphölter also seinen zweiten Streich mit der Truppe, die mit Lust und Freude spielen will. Darwiche, Schaffer und Meschede sind zwar angeschlagen, aber alle anderen Helden des Triumphes in Gladbach stehen bereit, gleich noch einen Kracher nachzulegen. Auch Stürmer Damir Ivancicevic, dessen Wechsel zum Nachbarn Hamm nun auch feststeht. „Die Arbeit mit der Mannschaft war sehr intensiv, am liebsten würden wir schon am Freitag loslegen“, kann Kruphölter seine Spieler kaum noch halten – die Fleischtöpfe duften zu verführerisch.

SOCIAL BOOKMARKS