Broll raubt Sportclub den letzten Nerv
Foto: Dünhölter
Trotz der Extra-Portion Motivation gegen seinen Ex-Club Dynamo Dresden scheiterte Verls Stürmer Justin Eilers (vorne), hier gegen Kevin Ehlers, selbst in den aussichtsreichsten Situationen.
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 „Böse Zungen behaupten, ich hätte immer noch ein Herz für Schwarz-Gelb“, nahm es Justin Eilers mit Humor, dass er mehrfach an Dresdens Schlussmann Kevin Broll scheiterte. Eilers, der von 2014 bis 2016 für Dresden spielte, erzielte in der Aufstiegssaison zur zweiten Liga in 2016 immerhin 23 Treffer für die Sachsen. 

Seine größte Chance im gestrigen Spiel vergab der 32-Jährige in der 18. Minute, als Broll den Kopfball mit einem Glanzreflex gegen die Latte lenkte. „Da werde ich heute Nacht nicht gut schlafen können“, ärgerte sich Eilers, den sein Trainer zur zweiten Halbzeit eigentlich auswechseln wollte. „Aber Justin hat einen Treffer versprochen“, ließ Guerino Capretti seinen Stürmer durchspielen. Diesmal hielt der sein Versprechen aber nicht. 

Gleich auf sechs Positionen veränderte Capretti seine Startelf nach dem 2:2 bei Viktoria Köln. Im Tor stand wieder Robin Brüseke statt Till Brinkmann, zudem spielten Mikic, Ritzka, Kurt, Taz und Eilers für Korb, Langesberg, Schwermann, Janjic (alle auf der Bank) und Rabihic (Gelbsperre) an. Und auch diese Formation funktionierte, Verl gab über fast die gesamten 90 Minuten den Ton an. 

Sicher in der Defensive stehend, bei den schnellen Umschaltsituationen fast immer auf dem Posten und in der Offensive kaum aufzuhalten – solche eine Spielweise hätten die Zuschauer vom Tabellenführer aus Dresden erwartet. Doch der Tabellensiebte SC Verl spielte derart auf. Und rannte sich ein ums andere Mal im gegnerischen Strafraum fest. 

Entweder entschärften die Innenverteidiger der Gäste Verls Hereingaben, oder Torwart Kevin Broll war zur Stelle. Da konnten sich Eilers, Mael Corboz, Philipp Sander, Berkan Taz und Lars Ritzka noch so mühen. Die Belohnung blieb ihnen verwehrt. 

Dresdens neuer Trainer Alexander Schmidt kassierte damit im dritten Spiel unter seiner Leitung keinen Treffer und zog ein gemischtes Fazit: „Der Geist war willig, aber die körperliche Fitness sehr kritisch. Verl war der bislang schwerste Gegner.“ 

Zufriedener fiel die Bilanz der Hausherren aus. „Ein tolles Spiel von uns, mit hohem Ballbesitz. Wir sind immer gut zwischen die Linien gekommen und hätten den Sieg verdient gehabt“, sagte Guerino Capretti nach Dresdens erstem Auswärts-Remis.

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