Chirurgen-Besteck statt Brechstange
Autsch! RW Ahlens Luca Steinfeldt (r.) ist der erste Ausfall der Saison. Mit einer Fußprellung fällt er zum ersten Spiel gegen Rheine aus. Der Rest ist fit, die Stammelf aber noch geheim.

„Nein, kein Lampenfieber, sondern absolute Vorfreude“, empfindet Christian Britscho beim Gedanken an Gegner Nummer eins, Eintracht Rheine. Und das trotz Heimspiel zum Start und obwohl sich am Sonntag zeigen wird, ob die von ihm zusammengestellte Mannschaft den Erwartungen gerecht werden kann.

 „Klar bleibt eine gewisse Spannung, muss ja“, sagt der Trainer, verlässt sich aber auf sein Urvertrauen und auf eine Elf, die verjüngt wurde und ein athletisches Spielsystem pflegen soll, das beim Zuschauen Spaß macht. „Gute Moral, starker Sprint und Laufbereitschaft auch bei Ballverlust“, ist sich Britscho sicher, dass seine Rotweißen nun genug „speed“ haben, um jedem Gegner an den Hacken kleben zu können.

 Um das zu beweisen, dürfte Rheine der perfekte Gegner sein. Als Liga-15. zuletzt so gerade dem Abstieg entwischt, haben auch die Gäste an ihren Schwächen gearbeitet – neue Saison, neues Glück – Ahlen lässt grüßen. „Die haben ihre Hausaufgaben gemacht. Das wird eine harte Nuss“, glaubt Britscho, der die Truppe von Tobias „Tube“ Wehmschulte beim LIBA-Pokal in Gievenbeck noch 3:1 geschlagen hat.

Aber denkste: Der FCE holte trotzdem noch den Pokal. Echte Stehaufmännchen, die in Timo Scherping einen Top-Torjäger haben, der für die Eintracht in 130 Pflichtspielen 74 Treffer erzielt und 24 vorbereitet hat.

 „Mit Hurra und Hauruck wird das nichts“, lässt der RWA-Trainer also die Brechstange in der Werkzeugkiste und packt das Chirurgen-Besteck aus. Wer allerdings die erste heikle Operation durchführen soll, bleibt geheim. Bis auf Bernd Schipmann, der im Tor gesetzt ist, weil Jan de Boers Verpflichtung weiter in den Sternen steht, sind die Namen der ersten Elf in Britschos Notizbuch bis Sonntag gut verwahrt.

Die in langen Nachtsitzungen hart ertüftelte Startelf wird kurz vor dem Anpfiff bekannt gegeben. Wenn schon das Lampenfieber quält, dann sollen wenigstens alle leiden. Das hält wach ...

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