Corona? Keine Panik in der Provinz!
Bloß nicht anpacken! Viele Sportmannschaften wollen Hautkontakt vermeiden. Damals in der Dritten Liga mit RW Ahlens Fans und Nils Ole Book (v.) war das noch unproblematisch.

Während europaweit Großveranstaltungen abgesagt werden oder gefährdet sind, bleibt man in der Provinz aber gelassen, wenn auch nicht minder wachsam. Wie wachsam, das zeigt der Fall von letzter Woche. Ein Jugendspieler aus dem Kreis hatte Fieber bekommen – erst nach den Testergebnissen wurde am Samstag Entwarnung gegeben.

„Wir hätten eventuell den ganzen Jugendspieltag abgesagt“, räumt der Kreisvorsitzende Peter Wiethaup ein. Wäre der junge Fußballer infiziert gewesen und hätte auch noch Kontakt zu seinen Senioren gehabt – nicht auszudenken. „Natürlich hätten wir reagiert“, sagt Wiethaup, der aber den Hang zu allgemeiner Panik nicht nachvollziehen kann. „Wir behandeln das Problem mit dem nötigen Ernst, aber besonnen.“

Ein Statement, das für den ganzen Sportkreis gilt. Abwarten und (Erkältungs-) Tee trinken, so verfolgen die verantwortlichen Stellen die täglichen Risikoeinschätzungen und kalkulieren: Wie nahe rückt uns das Virus auf die Pelle? „Wir bereiten uns vor, kommunizieren täglich mit Ärzten und Gesundheitsämtern“, hält Dr. Silke Brandt, ärztliche Leiterin des Rettungsdienstes im Kreis, die Augen auf. Nicht mehr, nicht weniger, eben weil „konkret nichts zu melden ist“, sagt Kreis-Pressesprecher Thomas Fromme. „Wenn überhaupt zu reagieren ist, dann fall- und ortsbezogen.“

 So empfiehlt es auch das Robert-Koch-Institut: „Sobald ... deutlich würde, dass die Verbreitung auch in Deutschland auf Dauer nicht zu vermeiden ist, wird die Bekämpfungsstrategie schrittweise angepasst.“ Die Vereine im Kreis schließen sich taktisch an.

Frei nach dem Motto „Nur gucken, nicht anfassen“ haben der der Fußball- und Leichtathletikverband sowie der Deutsche Handball Bund ihren Clubs schon Hygiene-Empfehlungen zukommen lassen und von unnötigem Körperkontakt wie Händeschütteln abgeraten. Deshalb verfallen die Clubs aber nicht in hysterische Schreikrämpfe. „Wir finden eine gewisse Vorsicht wichtig“, sagt RW Ahlens Geschäftsführer Gero Stroemer. „Aber wir wollen die Normalität weiter pflegen.“ Also vorerst keine Spielabsagen, jedenfalls so lange Corona fein draußen vor der Tür bleibt.

Antennen sind hochgefahren

Ahlen (uwe) - Keine Sportveranstaltung kommt im Kreis Warendorf derzeit über die 1000 Zuschauer. Immer noch ein Risiko, aber auch keine echte Konkurrenz zu Erstliga-Partien oder internationalen Events. Von Ängstlichkeit also keine Spur.

„Klar halten wir Kontakt zu den Krisenstäben“, räumt Udo Fricke, Geschäftsstellenleiter des Handballverbandes Westfalen, ein. „Aber wir machen uns so lange keine Sorgen, wie die Gesundheitsämter Ruhe geben.“ Nach der Lebensregel Nummer eins, nämlich „Ruhe bewahren“, handelt auch die Ahlener SG.

„Bei Verdachtsfällen muss man reagieren, die Antennen sind hochgefahren“, sagt Ronald Zent. „Aber ich werde weiterhin jeden in der Halle mit Handschlag begrüßen“, hält auch der Handball-Chef der ASG die globale Beklemmung für überzogen. „Nur die Panik nicht weiter schüren“, bestätigt ihn Gero Stroemer von den RWA-Kickern.

Dass Peter Wiethaup das ebenso sieht, ist offensichtlich. Trotzdem ruft der Vorsitzende des Fußball-Kreises zu Wachsamkeit auf. „Alle Informationen bitte gleich an uns weiterleiten, damit wir auf dem kleinen Dienstweg sofort reagieren können“, appelliert er. Man weiß ja nie ...

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