DFB fordert acht Millionen Euro von RW Ahlen
Der Vorstand RW Ahlens erlebt schwere Zeiten.

Unterm Strich verlangt der DFB nämlich als kleines Startgeld 6,7 Millionen Euro, die durch Sponsorenverträge, Bürgschaften, Darlehen oder Verzichte zu belegen sind. Und – weil RW Ahlen zuletzt nicht gerade vertrauenswürdig war – schlappe 1,5 Millionen als zusätzliche Sicherheit. Falls wieder was schief geht. Wären also leicht über acht Millionen Euro; nur um antreten zu dürfen – unfassbar.

Summen sind verhandelbar

Holger Voskuhl, Pressesprecher des Insolvenzverwalters Michael Mönig, aber gibt Entwarnung. Diese Summen seien noch zu interpretieren: „Wir gehen davon aus, dass wir um die 3,8 Millionen benötigen. Mehr nicht“, addiert Voskuhl 2,8 Millionen Drittliga-Etat mit rund einer Million zum Schuldenabbau. „Der DFB rechnet die Gesamtschulden ein, aber durch die Vergleiche mit den Gläubigern werden wir weit, weit darunter liegen.“ Diese Zahlen, so Voskuhl, seien extrem hohe Sicherheitsauflagen, die bei Rücknahme des Insolvenzverfahrens hinfällig würden. „Wer was anderes behauptet, hat es nicht verstanden oder will dem Verein schaden.“

Rücktritte am 24. Mai?

Weiterhin aber kämpft Michael Mönig darum, die aktuelle Saison zu bezahlen. Auf den letzten Metern wird das Geld wieder knapper. Auch Mäzen Peter Evers muss sich wegen des Ausfalls vertraglich zugesagter Beträge zur Decke strecken, um seine letzte Rate von 150 000 Euro ausschütten zu können. „Es ist sehr ärgerlich, mit welcher Selbstverständlichkeit hier gültige Verträge nicht eingehalten und die Leute vorgeführt werden“, schießt Evers in Richtung des Ex-Präsidenten Heinz-Jürgen Gosda. Dennoch ist man optimistisch, dass RW Ahlen auch noch die letzten beiden Partien absolvieren kann und sich auf allen Vieren schwer atmend ins Ziel rettet. Dann, voraussichtlich am 24. Mai, werden Aufsichtsrat und Vorstand auf einer Mitgliederversammlung ihren Rücktritt öffentlich machen. Anschließend muss gewählt werden, um den Weg frei zu machen für frische Leute, vielleicht neue Konzepte. Noch aber sind keine Nachfolger in Sicht.

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