DJK Vorwärts läuft die Zeit davon
Büffeln statt bolzen: Marvin Krampe (r.) braucht mehr Zeit fürs Studium und muss Abstriche beim Training machen.

 Dort tummeln sich über 20 Spieler auf dem Rasen und jagen den Ball. Und Ralf Pottgüter? Der sitzt auf seiner Bank und schaut einem halben Dutzend Schützlinge beim Drei-gegen-Drei zu. „Was soll ich machen?“, fragt sich der Trainer hilflos, wenn der Rest des Kaders entweder arbeitet oder noch im Urlaub weilt. „So extrem war es noch nie“, gesteht Pottgüter, der absolut machtlos ist. Keine Spieler, keine Fortschritte.

Vorwärts Ahlen rennt vor dem Ligastart am 17. August gegen SV Lippstadts Zweitvertretung die Zeit davon. „Taktisch können wir nichts verfeinern“, erklärt der Coach. Wie auch, wenn Leistungsträger wie Marvin Krampe an ihrem Schreibtisch sitzen und für die Bachelor-Arbeit pauken. „Das akzeptieren wir. Sind ja schließlich kein Profi-Verein“, muss Pottgüter auf Besserung warten. Besserung, die zu spät kommen könnte.

 „Bis zum Ligastart werden wir nicht fit sein“, ahnt der Übungsleiter, der darauf baut, dass sich einige im Urlaub nicht nur auf die faule Haut gelegt haben. „Bei einem Patrick Knörnschild weiß ich, dass er eine gewisse Grundfitness mitbringt. Und Marvin Krampe muss sich die Kraft über die Spiele holen.“ Wahrscheinlich dann erst in den Ligaspielen, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

Der erste Test gegen die Ahlener SG fiel bereits ins Wasser. Auch die Partie gegen GW Westkirchen wurde wegen Personalmangels abgeblasen. Zwar ist die derzeitige Situation noch kein Weltuntergang, allemal aber eine erste Warnung. „Ich bin dennoch optimistisch, dass wir das hinbekommen“, erklärt Pottgüter, auch wenn die Uhr gegen Vorwärts Ahlen tickt. U

nd auch die Zukunft einiger Stammkräfte sorgt nicht gerade für entspannte Mienen bei Pottgüter. Gleich vier Akteure könnten im Extremfall zum Winter den Verein verlassen. Pälmke, Bühler, Strupat und Krampe schließen zum Herbst hin ihr Studium ab. „Unwahrscheinlich, dass Jonas Strupat bei uns spielt, wenn er in Düsseldorf einen Job annimmt“, sagt Pottgüter, der erneut entgegnet: „Wir würden gerne vorbeugen, aber wir müssen abwarten“, erklärt er sein Übel, im Notfall nur reagieren zu können. Ach, wäre doch alles so heiter und rosig wie beim Nachbarn Westfalia Vorhelm ...

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