DJK mit neuem Ehrgeiz und ohne Glöden
Zu distanziert für den Familienverein? „Ich muss mit der Mannschaft nach drei, vier Trainingsabenden nicht auch noch nach Spielende ein paar Bierchen trinken“, bittet sich Oliver Glöden neben dem Fußball Zeit für die Familie und Privates aus. Das dürfe man nicht mit „mangelndem Einsatz“ verwechseln. „Da macht man es sich zu leicht“, sagt der bald scheidende Trainer.

 Trainer Oliver Glöden darf die Saison noch zu Ende machen und kann dann nach zwei Jahren die Sachen packen. Eine Entscheidung, die Verein und Übungsleiter fair abwickeln wollen, die aber nicht ganz ohne Reibung vonstatten geht.

Denn glücklich sind beide Seiten nicht. Abteilungsleiter Winnie Maack nicht, der sich mit fünf Punkten aus fünf Spielen und Platz elf in der Kreisliga A sehr unwohl fühlt. „Da haben wir uns alle mehr erhofft“, ist der Fußball-Chef „enttäuscht über den Einsatz der Trainer, aber natürlich auch der Mannschaft.“

Unglücklich ist aber auch der Trainer selbst, der so eine Entscheidung so früh in der Saison „nicht für ganz vollnehmen kann.“ Das Trainerteam sei motivierter gewesen als zwei Drittel der Mannschaft. „Im Sommer war es ihnen zu warm, im Winter zu kalt, um zu testen oder im Training Sachen aufzuarbeiten“, nimmt Oliver Glöden „nicht alle“, aber den Großteil der Spieler mit in die Verantwortung. „Wenn die sagen, sie fühlen sich nicht fit, dann muss ich sagen: Wer nicht trainiert, kann das eben auch nicht sein.“

 Wie auch immer: Die DJK-Kicker wollen genau das zur nächsten Saison ändern – ohne Glöden. „Wir wollen endlich wieder vernünftigen Fußball spielen und machen einen Schnitt“, verspricht Maack mehr Schwung für 2021/22. Gerne auch mit Ziel „Bezirksliga“. Dafür hat man nun Zeit, sich einen neuen Trainer zu suchen („Vielleicht auch intern“, so Maack), schließt nicht die Verpflichtung externer Spieler aus und will die A-Jugend miteinbeziehen. Sechs Youngster werden bald zu Senioren, dreien traut man den Sprung zu.

„Unser Kader ist derzeit auch zu klein“, gibt der Abteilungsleiter nach dem Abgang routinierter Leistungsträger zu Saisonbeginn seinem Trainer bei diesem Problem sogar ein bisschen Recht.

 Der hingegen will sich nun etwas höherklassiger qualifizieren. Die A-Lizenz machen und vielleicht dann doch mal aus der Kreisliga A heraus kommen. „Gerne ambitionierter arbeiten“, sagt der 42-jährige Erzieher. „Und dann mit Jungs, die auch gerne zum Training kommen.“ Und so könnten am Ende beide Seiten wieder glücklich werden.

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