Dart-Fieber in der Bauern-Liga

Verlieren? Was soll’s! Die Flying Sharks darten jedes Wochenende. Da kümmert es Michael Averberg, Marianne Dams und Ralf Caspers (v.l.) kaum, dass es auch in der tiefsten Spielklasse mal eine Niederlage setzt.

Bild: Bockey

 
 

Dams spielt noch immer. Gemeinsam mit Michael Averberg, Sabine Collong, Matina Collong und Ralf Caspers gehört sie zum Team Flying Sharks. Ein Name, so schräg wie jeder andere im Dartsport. „Da sind schon ulkige Teams bei“, muss Caspers lachen, als er die Ligakonkurrenten „DC Unheilig“, „Die Schnullerbacken“ oder „Die Grashüpfer“ aufzählt. Die Spieler der Flying Sharks darten seit drei Jahren zusammen. Das Höchste der Gefühle: Der Aufstieg in die B-Liga. Nach einer Spielzeit ging es wieder runter in die Kreisliga C im Glockenland-Bezirk. Oder wie es Kapitän Michael Averberg sagt: „Das ist schon ‘ne Bauernliga.“ Die C-Liga ist die tiefste Spielklasse. „Ist doch gut, dann können wir nicht viel falsch machen“, flachst Dams, die anfügt: „Ganz so ernst nimmt man es dann doch nicht.“

„Wir kommen auch wegen der Geselligkeit“

 Mit Niederlagen kennen sich die „Flying Sharks“ zumindest aus. Als Vorletzter beendeten sie die Spielzeit, die gerade erst vorübergegangen ist. Am letzten Spieltag siegte das Team mit 14:6 gegen das Schlusslicht „Die Hobby Darter“. Es war der vierte Saisonsieg – mehr war nicht drin, muss es aber auch nicht. „Wir kommen auch wegen der Geselligkeit“, erklärt Caspers, vor dem eine großes Bier steht. Beim Dartsport der Amateure gehört die Kaltschorle genau so dazu wie die Dartpfeile.

Das machen nicht nur die Spieler gerne, es freut auch die Kneipenbesitzer. „Jedes Dart-Team, das hier spielt, ist wichtig und hilft uns zu überleben“, betont Angelika Müller, Wirtin der Kneipe „Anne Ecke“. An jedem Wochenende finden bei ihr Dartspiele statt. Denn Ahlens Szene ist größer als man es vermuten würde. 140 Spieler darten aktiv in der Wersestadt. „Es waren mal mehr“, sagt Dams. Zwar wächst die Dartszene in Deutschland immer weiter, „in Ahlen aber wird es weniger“. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben 13 Dartkneipen zugemacht oder bieten keine Automaten mehr an. „Das war ein riesen Verlust für viele“, sagt Dams. Sie und ihre Mitstreiter hat das aber nicht abgeschreckt: „Wir machen weiter, ganz sicher.“

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