Dopingkontrollen für fairen Sport
Bild: Rollié
Rund 1500 Läufer gingen im vergangenen Jahr beim Internationalen Sparkassen-Citylauf in Oelde an den Start. Die Eliteläufer, die als Letztes starten, verpflichtet Christoph Kopp aus Berlin.
Bild: Rollié

„Die Glocke“: Am 8. Juni ist es wieder soweit, zahlreiche Sportler messen sich beim Citylauf. Sie kümmern sich um die schnellsten davon. Welche Verpflichtungen haben Sie schon vornehmen können?

Christoph Kopp: Anja Scherl, die deutsche Marathonmeisterin, ist zum Beispiel am Start. Wenn es nicht wieder in Strömen gießt wie im vergangenen Jahr, sollte sie an ihre Bestzeit herankommen können. Die liegt bei 33:17 Minuten. Wir haben noch weitere Teilnehmerinnen mit Bestzeiten unter 32 Minuten. Das wird eine schnelle, homogene Gruppe, in der sich niemand etwas schenkt. Bei den Männern habe ich unter anderem schon Anfragen für Tom Gröschel, Hendrik Pfeiffer und Arne Gabius gestellt – wobei Letztgenannter sich vor kurzem den Knöchel verstaucht hat.

„Die Glocke“: Wie groß wird das Elitefeld in etwa sein?

Kopp: Wir rechnen mit zirka 40 Läuferinnen und Läufern, eine angemessene Zahl für einen guten Wettkampf.

„Die Glocke“: Seit dem vergangenen Jahr gibt es beim Citylauf Dopingkontrollen. Warum?

Kopp: Grundsätzlich ist das unser Beitrag zu fairem Sport. Immer, wenn Prämien im Spiel sind, sollten Kontrollen durchgeführt werden. Für die Garantie eines vollkommen dopingfreien Wettbewerbs bräuchten wir zwar einen biometrischen Pass der Läufer über sechs Monate. Aber Kontrollen sind ein Anfang. Und auch die Prämien sind wichtig. Die Läufer brauchen ja eine Wurst, nach der sie schnappen können. Außer der Belohnung für die ersten sechs gibt es zum Beispiel auch Zeitprämien.

„Die Glocke“: Wer sich die Zeiten der Läufer anschaut, der steht mit offenem Mund da. 27:44 Minuten wurden für den amtierenden Streckenrekordhalter gestoppt. Wie sieht es denn bei Ihnen zurzeit mit Sport aus?

Kopp: Wegen eines Bandscheibenvorfalls bin ich im Moment leider außer Gefecht. Auch wenn so eine Zeit für mich natürlich eh jenseits von Gut und Böse ist. Gerade, wenn man bedenkt, dass ich schon 71 Jahre alt bin.

„Die Glocke“: Sie sind schon eine gefühlte halbe Ewigkeit in der Laufszene aktiv, sie haben unter anderem Großereignisse in Frankfurt, Düsseldorf und Hannover betreut – und den Berliner City-Marathon groß gemacht. Sie üben Ihre Tätigkeit auch in der Hauptstadt aus. Was bringt Sie zum Oelder Citylauf?

Kopp: Hauptsächlich hat das damit zu tun, dass ich den Veranstalter Egon Jürgenschellert schon viele Jahre kenne. Darüber bin ich an die Organisation gekommen. Ich wollte ihm ein Stück weit unter die Arme greifen. Der Veranstalter hat bei so einem Lauf so viel mit der Organisation zu tun. Da bleibt meistens nicht viel Zeit, um Lauftalente zu verpflichten. Dass ich diese Aufgabe habe, ist gewissermaßen eine Form von Outsourcing. Und für die Läufer steckt in der Sache Motivation: der Lauf kann ein Sprungbrett sein. Ich sage immer: ‚Wenn du in Oelde an den Start gehst, kannst du auch in Hannover oder Paderborn laufen.

„Die Glocke“: Sie fahren meistens auf dem Motorrad beim Rennen mit. Haben Sie vom Zweirad aus Kontakt zu den Läufern?

Kopp: Ich darf selbstverständlich nicht coachen. Aber klar, es kann schon sein, dass ich mal herüberrufe und meinen Senf dazugebe. Vor allem, wenn ich merke, dass die Läufer bummeln. Das mag ich nicht. Das ist ja auch überhaupt nicht im Sinne des Wettkampfs.

„Die Glocke“: Man spürt, beim Laufcoaching sind Sie voll und ganz in Ihrem Element. Danke, dass Sie sich für das Interview Zeit genommen haben.

SOCIAL BOOKMARKS