Doppelspielrecht und Zurufe beschlossen
Eintrag ins Goldene Buch  (von links): Bundestags-Organisator Ralf Bonen, DTTB Präsident Michael Geiger, ITTF Präsident Thomas Weikert und Bürgermeister Andreas Sunder.

Sowohl Bonen als auch der WTTV erwiesen sich bei der zweitägigen Veranstaltung im Lind-Hotel mit perfekter Vorbereitung und Organisation als exzellente Gastgeber für das DTTB-Präsidium und die 100 Delegierten aus 20 Landesverbänden.

Die stellvertretende Landrätin Elke-Maria Hardieck ging bei ihrem Besuch des Bundestages auf die aktuellen Probleme der Sportvereine angesichts der Flüchtlingssituation ein und sparte nicht mit Lob für die vielerorts entstandenen Kooperationen und das Verständnis der Vereine. Arne Klindt, DTTB-Vizepräsident Sportentwicklung, stellte die Kampagne „One Game. One World“ vor, die für eine positive Willkommenskultur in den Vereinen wirbt und so auch Flüchtlingen den Zugang zum Tischtennissport erleichtern soll. „Weltoffen, grenzenlos und gemeinsam“ will man mit Hilfe der Kampagne dafür sorgen, dass jeder Mensch die Chance haben soll, Tischtennis zu spielen, und zwar am besten im Verein.

 Inhaltlich gab es beim umfangreichen Programm des DTTB-Bundestages zwei Entscheidungen, die nach gründlicher Vorbereitung und längeren teils kontroversen Gesprächen besonders im Blickpunkt standen. Beschlossen wurde nach zweijähriger Diskussion im Vorfeld das Doppelspielrecht für Jugendliche und Senioren.

So ist es ab der Sommersaison 2016/17 möglich, dass ein Jugendspieler für den einen Verein spielt und gleichzeitig im Herrenbereich für einen anderen Verein antritt. „So könnten zum Beispiel die derzeit im heimischen Bereich herausragenden Nachwuchsspieler Paul und Jakob Reinkemeier künftig als Jugendliche weiter für ihren Stammverein TTSG Rietberg-Neuenkirchen spielen, aber auch in einer Herrenmannschaft der DJK Avenwedde“, erläutert Ralf Bonen, stellvertretender WTTV-Präsident und Gastgeber des Bundestages. Auch bei den Senioren ist das Doppelspielrecht in einer Ü40, Ü50 oder Ü60-Mannschaft des einen Vereins und der Herrenmannschaft eines anderen Clubs künftig möglich. Gleiches gilt im Frauenbereich.

 Ebenfalls Auswirkungen bis in die unteren Ligen wird der in Rietberg gefasste Beschluss haben, dass ab der neuen Spielzeit Anweisungen und Tipps von Trainern nicht mehr nur in den Satzpausen möglich sind, sondern auch zwischen den Ballwechsel. „Wenn ein Ball aufgehoben wird, oder ein Spieler zum Handtuch geht, darf – wie bei anderen Sportarten – der Trainer seinem Spieler nun etwas zurufen oder zeigen“, sagt Ralf Bonen.

Bei den Wahlen wurde der seit einem dreiviertel Jahr kommissarisch als Präsident des Deutschen Tischtennis Bundes tätige Michael Geiger offiziell bestätigt. Geiger hatte das Amt von Thomas Weikert übernommen, der jetzt der Internationalen Tischtennis Föderation (ITTF) vorsteht.

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