Dr. Backszats Wunderpille hilft RWA
Männerfreunde nach dem 1:0 (v. l.): Khmiri, Torschütze Backszat, Nebi und Vasiliou.

 „So eine Schlappe ist lange in den Köpfen drin“, fieberte auch Arda Nebi noch nach dem 3:5-Desaster gegen Vorwärts Ahlen am Donnerstag. „Da braucht man eben so einen dreckigen Sieg, um darüber wegzukommen.“

Also war, nach Vorarbeit Vasiliou und Nebi, der Distanzschuss von Felix Backszat zum 1:0 über den TuS Ennepetal in der 68. Minute die rotweiße Asprin nach langem, schwerem Siechtum. Immerhin reichte die Dröhnung, um wenigstens wieder auf die Beine zu kommen. Wenn auch klapprig. „Es war eine Trotzreaktion, wir haben um jeden Quadratzentimeter gekämpft“, lobte Trainer Carlos Castilla den wichtigen Sieg.

 Stimmt, bemüht waren sie, aber bestimmt nicht überzeugend. Dafür war die malade Unsicherheit noch zu virulent. So groß war sie, dass man dem Gast schon nach 20 Minuten das Feld überließ. Nur Richter hatte bis dahin mit einem Pfostentreffer nach Backszat-Vorlage die eine große Ahlener Chance (3.). Der Rest war Fußball-Lotterie – wenig Plan, viele lange Bälle, Gewusel, Fehlpässe und Unsicherheiten prägten die Phase, in der Torwart Hinkerohe bester Ahlener wurde. Er parierte gegen Skarparas, Ropkas und Winczura, die die pflegebedürftige RW-Deckung locker umspielt hatten.

Wie so oft tat dem leidenden Patienten eine Pause gut. Ein Backszat-Dropkick aus 18 Metern auf die Latte war schon ein erstes Zeichen der Genesung (49.). Und mit dem Wechsel auf die „Best-of-Offensive“ mit Vasiliou ganz vorn, für den Backszat auf die „Zehn“ tauschte, Venker vor die Abwehr rückte und Braun mit Niemeier statt Achenbach in die Defensivkette, kam der dreckige Heilungsprozess voran.

 Noch nicht schön, aber es half: Dr. Backszats Wunderpille zum 1:0 war eine bittere für Ennepetal, dem nun selbst bei aller Hektik und Hast blümerant wurde. Nach Vorbereitung von Backszat, Richter und Baumbach traf noch der fleißige Khmiri den Pfosten.

Das war aber in der Nachspielzeit; da ging’s RW Ahlen schon deutlich besser. Noch etwas Therapie diese Woche, dann sind sie vielleicht bald wieder die alten.

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