Eher Dienstleister als Vereinsheimat ein Leben lang
125 Jahre TV Isselhorst feiern nicht nur Frank Westerhelweg und Gabi Neumann.

 1894 als reiner Turnverein mit 25 Mitglieder gegründet, besteht der Verein 2019 aus sechs Abteilungen, zählt 924 Mitglieder und bietet darüber hinaus ein faccetten- und umfangreiches Kursusprogramm an.

„Wir sind ein ganzes Stück Dienstleister geworden und nicht mehr die Vereinsheimat von der Kindheit bis zum Seniorenalter“, blickt Gabi Neumann, seit 18 Jahren Vorsitzende des TVI, nicht in Erinnerungen schwelgend, sondern nach vorne gerichtet, zurück. Neumann kann sich noch gut erinnern, dass beim letzten großen Jubiläum, dem 100. Geburtstag, die Mitgliederstatistik noch auf Karteikarten und komplett von Hand geführt wurde und der Fitness- und Gesundheitssport in zarten Anfängen steckte. Nur zwei Beispiele für die gravierenden Veränderungen für die Vereinsführung in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

 Bei den Mitgliederehrungen sind die „25-Jährigen“ nicht mehr die zahlenmäßig stärkste Gruppe, sondern diejenigen mit 40- und 50-jähriger Treue. „Wer vor den 90er-Jahren eingetreten ist, der bleibt. Aber danach hat ein Umdenken eingesetzt“, sagt die Vorsitzende.

So hatten Verein und Vorstand, bei dem Frank Westerhelweg seit 25 Jahren den stellvertretenden Vorsitz innehat, zu Beginn dieses Jahrzehnts eine ernste Krise: „Da haben wir pro Jahr 100 Mitglieder verloren und hatten wenig Perspektive und Personen, um gegenzusteuern.“ Da kam das Projekt „Verein (t) in die Zukunft“, das Gabi Neumann als Vorsitzende des Stadtsportverbandes mit auf den Weg brachte, genau richtig. „Das hat uns vor allem in der sehr produktiven ersten Phase einen Ruck gegeben und trägt jetzt Früchte“, sagt die TVI-Chefin. „Dort mitzumachen war sehr hilfreich, hat uns gezeigt, dass wir Baustellen haben“, führt die ehemalige Leistungssportlerin aus.

Doch in der Außendarstellung gab es in Isselhorst Unverständnis. „Warum macht ihr da mit, es läuft doch alles“, wurde die 60-Jährige „im Dorf“ gefragt. Das Problem ist nicht, Mitarbeiter für konkrete Projekte, wie aktuell für das Vereinsjubiläum zu finden. „Daran arbeiten wir im Vorstand seit zwei Jahren und in einem Arbeitskreis seit einem Jahr intensiv. Das läuft, da helfen alle mit, die gefragt werden“, freut sich die Vorsitzende.

Das dringendste Problem für die Zukunft ist dagegen, die Vereinsstruktur als solche mit Ehrenamtlern aufrecht zu erhalten: „Wir haben schon lange keinen zweiten stellvertretenden Vorsitzenden mehr und auch das Amt des Pressewartes ist schon lange unbesetzt“, weiß Frank Westerhelweg.

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