Ein Hammer rüttelt Erkan Teper wach
 Bild: Klaus Frevert
Erschüttert: Erkan Teper (l.) suchte gegen den Deutsch-Rumänen Christian Hammer den Infight. Der Wahl-Hamburger wirkte austrainierter und holte den EM-Titel nach WBO-Version mit Treffern in der Schlussphase.
 Bild: Klaus Frevert

Wie geht es nun weiter, nachdem der Ahlener Schwergewichtler vorletzte Woche in Hamburg um den Europameistertitel nach Version der WBO gegen Christian Hammer haarscharf mit 1:2-Richterstimmen verloren hat? Der Ahlener nimmt es gewohnt lässig: „Also, der Junge war nicht schlecht“, muss der 34-Jährige eine Woche danach gestehen und kreist das Hauptproblem ein: „Zugegeben, ich war nicht ganz fit und hab mir gedacht, ach, den besiege ich auch so in vier bis sieben Runden.“

 Eine Fehleinschätzung. Es wurden nicht nur zwölf harte, intensive Runden, auch die Kondition ging beiden Kämpfern nach und nach aus, und die Richter urteilten mit 115:113 für, aber eben auch mit 112:116 und 112:117 gegen Teper. Ärgerlich, zumal der ehemalige Faustkämpfer des BSK Ahlen sich in die Pflicht nimmt. „Die Schuld liegt bei mir. Wäre ich fit gewesen und hätte den Gegner nicht unterschätzt, wäre es nicht so weit gekommen“, sagt Teper, der nun in der Weltrangliste abrutscht. Vor dem positiven Test auf Doping von Platz drei über neun nach Ablauf des Kampfverbotes bis jetzt auf Rang 14.

Das Duell der beiden Schwergewichte aber bei der „Evil Fight Night“ war nicht nur spektakulär, sondern auch sehr eng. Gegen Tepers leichte Vorteile bei den Körpertreffern im Nahkampf setzte der Deutsch-Rumäne vor heimischem Publikum gefährliche Konter und klarere Treffer in der Endphase.

Das gab den Ausschlag, auch, wenn Teper den Heimvorteil seines Gegners als Zünglein an der Waage mit ins Feld führt. „Ach, das ist kein wirklicher Rückschlag“, bleibt Teper nach der ersten Niederlage im 17. Profikampf optimistisch. „Ich denke, ich kämpfe schon im Dezember wieder, wahrscheinlich auch ein Titelkampf. Dann greife ich noch einmal richtig an.“

Wenn auch kaum in einem Re-Match gegen Hammer. „Der hat den Sieg von mir geschenkt bekommen. Er weiß auch, dass mir das garantiert nicht nochmal passieren wird.“ Wachgerüttelt habe ihn diese Erfahrung, sagt Teper, der jetzt erst einmal urlaubt und sich dann mit seinem Management von der Stuttgarter Z!-Promotion zusammensetzt. Vorrangiges Thema: das Comeback. Aber zuerst – Teper grinst: „Zehn Kilo abnehmen.“

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