Ein Sieg zwischen Zaubern und Zittern
Eine erste Halbzeit zum Malen: Mike Pihl (l.) ackerte unermüdlich und war kaum zu kontrollieren.

Nach einer traumhaft guten ersten Hälfte mit Spielwitz, zwei wunderschönen Toren und einer fast lässigen Dominanz gegen Westfalia Rhynern lässt man sich aufs Verwalten ein, kassiert den Anschlusstreffer, und ein fantastisches Ahlener Spiel endet schließlich schnöde mit 20 Minuten Zittern. Aber auch mit einem 2:1-Happy End.

„Immerhin gut zu sehen, dass so eine Halbzeit spielen können“, nimmt der starke Pascal Schmidt das Gute mit. „Darauf lässt sich doch aufbauen.“ Hatte er auch wieder Recht, denn so ein Start versöhnt mit vielem. Die Gäste aus dem Nachbardorf fanden eine Stunde lang gar nicht statt und hatten dem Ahlener Biss, der Körpersprache und dem Ideenreichtum im Spiel nach vorne nichts entgegenzusetzen.

Konsequent fielen zwei kraftvoll heraus gespielte Treffer: „Mr. Standard“ Lindner schmeißt sich mit voller Wucht in eine Ecke Schmidts und knastert des Leder zum 1:0 in die Maschen, dass der Hals zwei Zentimeter kürzer wird (13.), schließlich umkurvt Timon Schmitz mit Hilfe Steinfelds drei Gegner und schließt knochentrocken ins obere Ecke ab (30.).

Dazu noch tolle Möglichkeiten von Güney, der offensiv auf der rechten Seite gegenüber dem unermüdlichen Pihl etwas abfiel, und Steinfeldt, der frei an Torwart Hahnemann scheitert.

Was fehlt? Genau: ein drittes Tor, die alte Leier. Obwohl der höchst unzufriedene Westfalia-Trainer Michael Kaminski in der Pause noch dreimal gewechselt hatte, blieb Rhynern zuerst farblos, selbst, als Ahlen begann in der Spätsommerhitze einen Gang zurückzuschalten. Eine Ausnahme: Nachdem Lindner eine Ecke geklärt hatte, nahm Müsse das Leder direkt und traf aus der Distanz zum 1:2 (73.).

Man kennt es: Die Gäste freuen sich über die zweite Luft, Ahlen findet den Anschluss nicht mehr. Der Rest ist Abwehrkampf pur. Verdient? Unverdient? Torwart Schipmann rettet noch zweimal – gegen Acar und Kleine – den Vorsprung und führt sein Team zum Sieg. Die Katastrophe muss warten. Puh! Böse wär’s gewesen

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