Ein Unikat im Fußballkreis Beckum
Ein Unikat im Fußballkreis Beckum: Schiedsrichterin Martina Kammermann.

Seit 30 Jahren steht die allseits beliebte 55-Jährige aus Sünninghausen schon ihren Mann auf den Amateurplätzen des Fußballkreises Beckum und hat sich längst den Respekt verdient, den es braucht, wenn man mit weiblicher Hand 22 Männern nach der Pfeife tanzen lässt.

Sie sagt, wer der Chef auf dem Platz ist

In dieser Männerwirtschaft den Laden zu schmeißen, ernüchtert entweder oder man nimmt’s mit heiterer Gelassenheit: „Hier rein, da raus. Da darf man sich nicht bequatschen lassen“, macht Kammermann bei aller Liebe auf den tiefliegenden Feldern der B- und C-Ligen eisenhart klar, wer Chef auf dem Platz ist. „Du brauchst einfach ein dickes Fell. Abpfeifen, duschen und weg.“

Im sechsten Teil der „Glocke“-Serie „Das wahre Herz des Fußballs“ haben wir Kammermann begleitet und so auch eine Branche kennengelernt, die nicht nur wegen der zunehmenden Aggression rund um das Spielfeld an akutem Nachwuchsmangel leidet.

In Gesprächen mit Bernd Kruse, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses, aber auch Ausbilder Ilhan Erdem, stellt sich heraus, dass immer weniger Unparteiische die Herausforderung annehmen wollen – es fehlt einfach an Personal, um die Anwärter klassisch fundiert ausbilden zu können. Mangelnder Quantität folgt schwindende Qualität – die Krise im Lager der Schiedsrichter bildet so auch die Krise in der Gesellschaft ab.

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