Ein leises Servus zum zweiten Abschied 
Abschiedsroutinier: Nico Wunderlich, hier vor dem letzten Spiel 2017, ging jetzt ohne großes Trara, aber auch mit Wehmut.

In Zeiten der Corona-Pandemie sagte der 36-Jährige nun ganz leise Servus. „Jetzt war alles anders“, erklärt das Ahlener Urgestein. „Plötzlich war die Halle zu, Spieler, Trainer und die anderen Verantwortlichen haben sich über einen längeren Zeitraum nicht gesehen.“ 

Wunderlich, der im Januar 2019 nach den Abgängen von Nick Steffen und Kevin Wiegers noch einmal eingesprungen war, hatte das Angebot, noch ein Jahr dranzuhängen, doch der erfahrene Linksaußen hat sich gegen den Leistungssport entschieden. „Durch Corona hatte ich viel Zeit nachzudenken“, sagt er. „Ich habe die trainings- und spielfreie Zeit genossen und so langsam ist die Idee gewachsen, mit dem Sport aufzuhören. Entschieden habe ich das dann mit meiner Frau Tina zusammen.“

 Ein Grund für die Entscheidung ist der Umzug des Ehepaars nach Warendorf. „Im März sind wir in das Haus der Großeltern gezogen“, erzählt er. Die Verantwortlichen der ASG hatten Wunderlich noch einen Vertrag zugeschickt, doch da hatte der sich bereits gegen ein weiteres Engagement entschieden. „Nach dem Wegzug aus Ahlen passen Aufwand und Ertrag so nicht zusammen“, sagt der Neu-Warendorfer. 

Nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch zwischen Geschäftsführer Klaus Jäger und Wunderlich war der endgültige Ausstieg des Linksaußen besiegelt. „Ich habe mich von allen verabschiedet und werde auch hier und da mal wieder zu einem Spiel der ASG kommen, wenn wieder gespielt werden darf“, erklärt er, doch das Kapitel aktiver Handball hat Wunderlich abgehakt.

 „Ich hatte auch noch andere Optionen, doch ich mache Schluss.“ Langweilig wird ihm in Zukunft nicht werden - und ohne Handball muss er auch nicht auskommen. Denn Wunderlich hat beim Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen angeheuert. Ex-Mannschaftskollege und ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers hatte Wunderlich das Angebot gemacht, die Verantwortung für die Bereiche Online-Shop, Merchandising und Fan-Shop zu übernehmen.

 „Ein interessantes Angebot, das ich nach kurzer Überlegung angenommen habe“, sagt Wunderlich, der die Ahlener im Vorfeld über seine Zukunftspläne informiert hat. Deshalb kann auch der Landesligaaufsteiger Warendorfer Sportunion den Linksaußen nicht locken. „Da gucke ich mir aber bestimmt auch mal ein Spiel an“, sagt er mit einem Lächeln.

SOCIAL BOOKMARKS