„Eins-zu-Eins in der Telefonzelle“
Kommilitonen: Peter Neururer und Ahlens sportlicher Leiter Joachim Krug studierten gemeinsam an der Sporthochschule in Köln. Damals schon für LR Ahlen aktiv, finden beide nun für das Benefizspiel wieder zusammen.

  Die Glocke: Mal wieder Peter Neururer als Helfer in der Not. Sie treten mit Ihrem VfL Bochum in Ahlen an, um Geld zu sammeln für Ihren Ex-Verein in der Insolvenz.

Peter Neururer: Ja, das ist doch selbstverständlich. Das ist die Verbundenheit zu einem Verein, bei dem ich eine gute Zeit hatte. Auch wenn es später ein kurioses Ende nahm. Immerhin war es die erfolgreichste Zeit, die Ahlen überhaupt hatte – sogar mit Schnupperkurs Relegation. Schade, es musste nicht so kommen, es ist aber alles korrekt verlaufen. Ich hatte tatsächlich Stationen, an die ich mich weniger gern erinnere. Wir helfen sehr gerne. Wir sind ja selbst ein kleiner Verein.

 Die Glocke: Viele in Ahlen, die Sie noch persönlich erlebt haben, atmeten auf, als ihre Bochumer nach vier Niederlagen wieder erfolgreich spielten. Vielleicht wären Sie am 13. November ja schon Ihren Job losgeworden.

Neururer: Aufatmen können da ja nur Leute, die sich in der Sache nicht auskenne. Ich habe in all den Jahren in Bochum noch nie gewackelt und werde es auch nicht. Nachdem wir erfolgreich gestartet sind und attraktiven Fußball gespielt haben, verloren wir nur vier Spiele in Folge, das ist natürlich richtig. Aber da wackelt in Bochum kein Trainer, wenn er nur vernünftige Arbeit abliefert. Ich habe in der letzten Saison eine Mannschaft übernommen, die eigentlich schon abgestiegen war. Wir haben den Klassenerhalt am vorletzten Spieltag geschafft. Der Verein hat 16 Spieler abgegeben, da kann man nicht erwarten, dass wir sofort um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen.

Die Glocke: Es hat ja geklappt: Der erfolgreichste Ahlener Trainer kehrt zurück an seinen alten Tatort.

Neururer: Die Zuschauer sollen nicht kommen wegen Peter Neururer, die sollen kommen wegen Ahlen und Bochum. Wenn wir da antreten ist von mir ja nicht so viel zusehen. Ich spiel ja nicht mit. Obwohl, vielleicht kommen dann ja ein paar Zuschauer mehr, wenn Joachim Krug und ich an dem Abend in der Telefonzelle Eins-gegen-Eins spielen.

Die Glocke: Können sie dem Spiel gegen RW Ahlen vor der Länderspielpause und bei der prekären Bochumer Lage sportlich etwas abgewinnen?

 Neururer: Sportlich ist das Duell nicht so interessant. Verstehen Sie mich nicht falsch, aber wenn Amateure gegen Profis antreten, kann ich daraus nicht so den Nutzen ziehen. Das ist ja auch gar nicht das Thema. Hier geht’s nur darum dass ein kleiner Verein wie der VfL Bochum einen noch kleineren Verein helfen kann. Schade, dass wir nicht Bayern München sind, dann bekämen wir wenigstens das Stadion voll.

 Die Glocke: Also sind Sie nicht sauer, wenn Ahlens Manager  Joachim Krug bedauert, dass Bochum nicht der große Kracher ist?

Neururer: Ach was, da hat er ja Recht. Aber vielleicht kann Dortmund ja noch was locker machen für Reus oder Großkreutz.

 Die Glocke: Da ist der Vereinsführung beim Reus-Transfer von Gladbach nach Dortmund schon viel Geld durch die Lappen gegangen, indem man auf weitere Erlöse verzichtet hat.

 Neururer: Vielleicht muss man der Administrative den einen oder anderen Fehler unterstellen, oder? Wenn ich Leute wie Reus oder Großkreutz habe, dann sollte man bei den Vertragsmodalitäten genauer hinschauen.

 

Lesen Sie das komplette Interview am Mittwoch in der „Glocke“ ...

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