Elfmeter-Drama kostet verdienten Sieg
Protest mit Rudelbildung:  Schiedsrichter Timo Gansloweit und RW Ahlen werden keine Freunde mehr. Zwei schmeichelhafte Elfmeter kosteten den Sieg gegen Holzwickede.

 „Was soll man denn noch tun, um so ein Ding nach Hause zu fahren?“, war RW Ahlens Trainer am Boden zerstört nach dem 3:3-Drama, das eigentlich eine entspannte rotweiße Komödie hätte werden müssen. Das es dennoch nichts zu lachen gab, lag daran, dass die haushoch überlegenen Gastgeber aus den gefühlt 27 Chancen nur drei Treffer fabrizierten und ein bisschen auch an Schiedsrichter Timo Gansloweit (Husen-Kurl), der Holzwickede ganz am Anfang und ganz am Ende zwei schmeichelhafte Elfmeter zusprach.

Zuerst muss Perschmann seinem Gegenüber Uzun im Strafraum berührt haben, und nach drei Minuten schon verwandelt Hoppe zum 1:0. Betriebsunfall sollte man meinen, denn Ahlen ließ sich nicht beeindrucken und generierte einen Dauerdruck, der bis zum 1:1 für sieben Tore hätte reichen müssen: Onucka ans Außennetz, Fuhsy knapp vorbei und Latte, Kara zielt haarscharf drüber, nach der Pause Yilmaz und wieder Fuhsy, und als Zugabe ein von Mützel vergebener Foulelfmeter (49.), nachdem Berghorst den Schützen auflaufen ließ.

Aber dann platzte der Knoten im Dauerregen: Fuhsy staubt ab, nachdem Torart Beinsen einen Mützel-Ball nach vorne abwehrt (72.); nur acht Minuten später nochmal Fuhsy, der einen Pass von Perschmann verwandelt. 2:1, endlich. Aber tatsächlich begann die Tragödie jetzt erst: Ahlens Schlussmann Schipmann unterschätzt bei einem der sehr seltenen Holzwickeder Angriffe einen Distanzschuss von Mihajlovic und segelt vorbei: 2:2 in der 84..

 Ahlens Antwort schien nun aber die letzte zu sein, als Witt in der Schlussminute aus dem Hintergrund ins Eck trifft – 3:2. Das war’s aber, oder? Nein, war es nicht.

Drei Minuten Nachspielzeit, in der 93. Minute prallen Grodowski und Hoppe an der Strafraumgrenze zusammen, der Unparteiische überlegt kurz und zeigt auf den Punkt. Torwart Beinsen lässt sich nicht lang bitten, trifft zum Ausgleich, der Holzwickedes gefühlter Sieg und Ahlens gefühlte Niederlage war.

SOCIAL BOOKMARKS