Elina Tissen bleibt Doppel-Weltmeisterin
Bild: Havelt
Trainer und Manager Maiki Hundt, Weltmeisterin Elina Tissen und WIBF-Vizepräsident Jürgen Lutz.
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97:95, 97:93 und 100:93 werteten die drei Punktrichter aus Tschechien, Israel und Syrien den Kampf in der fast ausverkauften Stadtwerkearena in Münster für „Elin the Machine“. Wo die beiden Erstgenannten allerdings jeweils drei gewonnene Runden für Nadj gesehen hatten, blieb deren Geheimnis.

Nur gut, dass Tissen so turmhoch überlegen war, das keiner der Richter auf die Idee kommen konnte, den Kampf gegen sie zu werten. Tissen war in jeder der zehn Runden die klar bessere und aktivere Boxerin. „Ich weiß nicht, ob die zwischendurch ein paar getrunken haben“, kommentierte Trainer und Manager Maiki Hundt die Punktwertung.

Tissen selbst war mit ihrer Vorstellung nicht ganz zufrieden. „Ich kann das besser und ich wollte einfach noch mehr Treffer setzen“, sagte die Titelverteidigerin. Aber auch im zweiten Aufeinandertreffen wendete Nadj wieder die Taktik „Boxerin auf der Flucht“ an. Die 31-Jährige war vornehmlich darauf bedacht, wegzulaufen. Sie machte nie den Eindruck, an ihre Chance zu glauben.

„So wurde es kein attraktiver Kampf“, ärgerte sich Hundt, der mehr Kampfeswillen von Nadj erwartet hatte. „Sie hat so unorthodox geboxt wie vor einem Jahr und ist immer im Kreis gelaufen. In der Boxsprache nennen wir das Stinker. Diese Leute sind einfach schwer zu boxen. Ich bin aber zufrieden mit Elina, sie hat das souverän erledigt. Beim nächsten Mal nehmen wir statt Boxstiefeln Laufschuhe mit.“

Tissen war jederzeit die Chefin im Ring. Wenn sie denn dann die Serbin stellen konnte, setzte sie auch gute Treffer. So zum Beispiel in der fünften Runde, als sie Nadj so hart am Kopf traf, dass diese sich eine blutende Platzwunde an der Augenbraue zuzog.

Es habe sie aber nicht behindert, sagte Nadj, die ihren Boxstil verteidigte: „Das war meine Taktik.“ Ganz anders sah das ihr Manager Mihaly Halasz. „Ich bin enttäuscht von Jasmina. Sie kann mehr“, sage der Ungar und lobte gleichzeitig Tissen: „Sie ist schon eine große Championesse, wird aber noch eine größere werden.“

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