„Endspiel“ für Drittligist RW Ahlen
Bild: Wegener
Kampf auf Biegen und Brechen:  Nils-Ole Book  und seine RW-Teamkameraden erwrtet am Samstag gegen Erfurt ein heißer Tanz.
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 Wenn es eisekalt wird um einen herum, muss man es manchmal machen wie die Eskimos: einfach mal näher zusammenrücken. Seit Donnerstag schon glucken die Rotweißen also im Trainingslager in der Sportschule Kaiserau herum und lassen es untereinander enger werden. Drei Tage ohne Ablenkung gemeinsam trainieren, Videoanalysen, zusammen essen und die Zimmer teilen wie echte Männer. Denn wilde Kerle müssen sie schon sein, wenn es am Samstag (13.30 Uhr) mit dem Mannschaftsbus zu einem Heimauftritt gegen RW Erfurt geht, das der Manager als „echtes Endspiel“ bezeichnet.

„Das direkte Finale gegen Aalen haben wir verloren. Jetzt müssen wir uns auf Burghausen konzentrieren“, sagt Ronald Maul. Das spielt zeitgleich vor ausverkauftem Haus in Dresden, und ganz Fußball-Ahlen setzt auf die Niederlage des Konkurrenten. Passiert das, ist die Entscheidung über den RW-Abstieg aufgeschoben. Verliert Ahlen, Burghausen aber siegt, dann heißt es „Tschüss Dritte Liga“. Ideal ist natürlich ein Sieg über RW Erfurt, das alles versuchen wird, seine Aufstiegschancen zu wahren. Trainer Stefan Emmerling, früher auch Ahlener Coach, droht bereits: „Wir werden alles rausknallen, um diesen Platz zu verteidigen.“

Solch ein Säbelrasseln beeindruckt Ronald Maul nun gar nicht. „Wir haben ein Heimspiel, natürlich können wir das gewinnen“, so Maul. Dann läge RW Ahlen bei einer gleichzeitigen Wacker-Niederlage vor dem Saisonfinale zwei Zähler vor der Abstiegszone. Und das Bangen beginnt nächsten Samstag von vorn. Aber dieses Zittern müssen sie sich Samstag erst noch verdienen. Trainer Arie van Lent hat 18 Spieler mit nach Kaiserau genommen, den zuletzt Wankelmütigen hat sich Maul gewidmet. „Ich hab mit ihnen und ihren Beratern gesprochen“, so Maul. „Ich glaub’ sie haben verstanden: Wenn sie uns nicht helfen, tun wir anschließend auch nichts für sie.“ Im Training jedenfalls machten alle wieder einen prima Eindruck. Näher zusammenrücken und wenig Ablenkung scheint müde Männer munter zu machen.

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