FSC mit Herz und Verstand zum Titel
Bild: Martinschledde
Der Beginn einer ordentlichen Party: Als absoluter Außenseiter hat der FSC Rheda am Mittwochabend das Finale im Kreispokal gegen den SV Spexard mit 2:1 für sich entschieden.
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Als auch die vierminütige Nachspielzeit vorüber war, sank ganz Spexard zu Boden, während sich ganz Rheda zu einem Kreis zusammenschloss und hüpfend den Triumph besang. Der FSC als kleiner Bezirksligist hatte soeben tatsächlich den großen Westfalenligisten SVS zu Fall gebracht. Nicht durch Zufall, nicht allein durch Glück, sondern mit einer Willensleistung, die alle spielerischen Nachteile wettmachte.

Taverna: „Zu kompliziert gemacht“

„Eine Mega-Leistung von den Jungs, wir haben Spexard einen richtigen Fight abgeliefert“, jubelte Rhedas Trainer Sebastian Monert. Musste auch Gegenüber Giovanni Taverna anerkennen: „Kompliment an den FSC, man kann sogar von einem verdienten Sieg sprechen. Wir haben es leider zu kompliziert gemacht“, sagte der SVS-Trainer, dem – im Gegensatz zu Monert – ein Titel zum Abschied verwehrt blieb. Vor knapp 300 Zuschauern in der TSG-Kampfbahn begann die Partie direkt mit einem Paukenschlag. Die 15. Minute: SVS-Torwart Niklas Drücker will klären, spielt den Ball aber in die Füße von Fatih Özdogan, der zu Alexander Bauer passt. Da der wegrutscht, kommt doch Özdogan zum Schuss – und der ist drin.

Torwart Leier pariert sich in einen Rausch

Mit dem 1:0 im Rücken warf sich Rheda voller Elan in jeden Zweikampf und verteidigte mit Herz und Verstand. Spexard war zwar überlegen, agierte aber in der Offensive viel zu kopflos. Das änderte sich nach der Halbzeit. Erst jetzt wurden die Gäste zielstrebiger und kamen zu zwingenden Möglichkeiten. Doch in dieser Phase konnte sich der FSC auf seinen Torwart verlassen. Von Schuss zu Schuss parierte sich Alexander Leier in einen Rausch. Mit dem Höhepunkt in der 68. Minute, als der Schlussmann einen tollen Schuss von Marco Gieseker aus dem Winkel pflückte. Zu diesem Zeitpunkt stemmte sich der FSC bereits in Unterzahl gegen das 1:1, da der schon verwarnte Alexander Bauer unangemeldet auf das Feld zurückgekehrt war, nachdem er sich die Schuhe zugebunden hatte.

Anschlusstreffer fällt zu spät

Eine merkwürdige Szene, die Rheda jedoch nicht aus dem Takt brachte. Ganz im Gegenteil. In der 81. Minute schickte Jörn Hermelbracht Favlus Bulut steil, der sich gegen Ivan Skara durchsetzte und dann mit einem Schuss ins lange Eck zum 2:0 traf. Dass Martin Aciz, der wenig später nach einer Notbremse noch Rot sah, noch verkürzte (90.+2), war nicht mehr wichtig. Der FSC hat den Pott und spielt in der nächsten Saison im Westfalenpokal.

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