Fans zählen Tage bis zum Citylauf
Bild: Wegener
Die Elitewettbewerbe des Oelder Citylaufs warten abermals mit exzellenten Feldern auf.
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Cheforganisator Egon Jürgenschellert musste allerdings bereits die Absage einer prominenten Starterin quittieren. Irina Mikitenko. die Grande Dame der deutschen Langstrecken-Szene, will es noch einmal wissen und bei Olympia in London auf der Marathon-Distanz glänzen. Mit nahezu 40 Jahren zieht die geborene Kasachin daher die Champagnerluft des Engadins der hitzigen Oelder Rennatmosphäre vor und absolviert ein Höhentrainingslager im schweizerischen Nobelort St. Moritz. Dort auf mehr als 1845 Metern Meereshöhe wird sich „Miki“ gezielt einstimmen und ihr Blut mit roten Blutkörperchen anreichern.

 Damit rückt Susanne Hahn (Saar Schlau.com Saarbrücken) noch mehr in den Fokus, denn sie ist die deutsche Teilnehmerin mit den größten sportlichen Meriten. Sie war 2005 und 2006 Dritte beziehungsweise Vierte in Oelde und bei der Deutschen Meisterschaft auf der selben Strecke im Vorjahr Zweite. Ihre Bestzeit über zehn Kilometer steht bei 32:47 Minuten.

Das ist zweifellos eine sehr gute Marke, aber vermutlich wird die sympathische Susanne Hahn angesichts der exquisiten Gäste aus Schwarzafrika beim Kampf um Platz eins das Nachsehen haben. Schließlich hat unter anderem die Vorjahressiegerin Tola Fate (Äthiopien/32:04) gemeldet, die vor zwölf Monaten beim wohl kaum zu wiederholenden Rekordfestival mit 32:19 relativ dicht an ihre Bestzeit heranlief.

Legt man nur die Meldezeiten zu Grunde, gibt es jedoch zwei glasklare Favoritinnen, die wie Tola Fate aus Äthiopien stammen. Fekade Almaz Negede (31:33) und Berihun Brutukan ADeba (31:26) sind bereits deutlich unter der 32-Minuten-Marke geblieben. Eine weitere Sieganwärterin ist die Ukrainerin Tatiana Miezencewa (32:16). Ihre Landsfrau Olena Serdiuk (33:20, 2011 gelaufen in Oelde) könnte angesichts ihrer guten Form ebenso ein gewichtiges Wörtchen bei der Vergabe der ersten Plätze mitreden.

Das Männerfeld ist ebenfalls illuster. Tola Fates Ehemann Musa Roba-Kinkal (Sportclub Gelnhausen) ist mit einer Bestzeit von 28:41 der deutsche Hoffnungsträger schlechthin. Der Läufer mit äthiopischen Wurzeln könnte mit dem zweifachen deutschen Straßenlaufmeister Falk Cierpinski (SG Spergau/28:47) gemeinsame Sache machen.

Ungeachtet dieser bärenstarken Zeiten werden die deutschen dem Afrika-Express aus Kenia, Äthiopien und Marokko vermutlich nicht die Stirn bieten können. Mit einem persönlichen Rekord von 27:36 ist der Marokkaner Said Azouzi die vermeintliche Nummer eins der Starterliste.

Leonard Langat (Kenia/27:50), Pius Kirop (Kenia/27:52), Faustin Starehe-Mussa (Kenia/28:02), Taye Damte Kuashu (Äthiopien/28:10) folgen. Bester gemeldeter Europäer ist der Ukrainer Vitaly Shafar (28:30).

Moderiert wird das Laufspektakel übrigens erneut von Wolf-Dieter Poschmann (Bild). Der ehemalige ZDF-Sportchef lässt es sich nicht nehmen, in seiner bekannt launigen Art durch den Abend zu führen, ehe er sich tags darauf auf den Weg macht zur Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine.

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