Favorit, das sind immer die anderen
Der Turm in der Abwehrschlacht: Ahlens Kai Bekston ist wenig zimperlich, wenn man seinem Torwart zu nahe kommt. Ob er spielen kann, ist noch nicht sicher.

Beide Trainer, Sascha Bertow auf der Ahlener Seite und sein Gegenüber Michael Wolf, machen dafür die personelle Situation ihrer Mannschaften verantwortlich. Verletzte und erkrankte Spieler hüben wie drüben haben eine gute Vorbereitung auf beiden Seiten nicht möglich gemacht, so der einhellige Tenor.

Die Gastgeber haben im Spiel gegen den Leichlinger TV, das sie mit 29:41 verloren haben, bereits in der sechsten Minute ihren Kreisläufer und Abwehrstrategen Philipp Dommermuth nach einem Foul verloren. Er fällt mit einem Bruch der Augenhöhle für mehrere Wochen aus. „Das war keine leichte Verletzung“, erklärt Wolf. „Das musste die Mannschaft erstmal verdauen.“

Aber das ist nicht die einzige Baustelle im Team des TuS. Gleich vier Akteure der ersten Sieben waren unter der Woche verletzt oder erkrankt. Einige andere schlagen sich mit den üblichen Blessuren der Handballspieler herum. „Deshalb werden wir aber nicht den Kopf in den Sand stecken“, verspricht Wolf, der wie Bertow weiß, dass es am Saisonende auf jeden Zähler ankommt. „Wir werden alles tun, um ein schlagkräftiges Team aufzustellen, auch wenn das Training nicht optimal war.“

Das war es nach dem 30:28-Sieg gegen Habenhausen auch nicht in der Friedrich-Ebert-Halle. Am Dienstag hatte auch der ASG-Trainer nur acht einsatzfähige Spieler zur Verfügung. „Wir müssen es nehmen, wie es kommt“, sagt Bertow. Weil er nicht weiß, ob Kai Bekston bis zum Wochenende wieder fit ist und wie schwer die Handverletzung des Rückraumlinken Luca Werner ist, muss auch er improvisieren.

 Sein Schachzug, Routinier Thomas Lammers gegen Habenhausen zu reaktivieren, auch wenn er nicht zum Einsatz kam, hatte sich ausgezahlt. Der ehemalige Abwehrchef gab der ersatzgeschwächten Mannschaft von der Bank aus wichtige Tipps und Sicherheit. „Am Samstag wird Thomas aber nicht dabei sein“, sagt der ASG-Trainer. Deshalb sieht er sein Team auch in der Außenseiterrolle. Favorit will keiner sein. Aber die Punkte hätten beide Trainer gerne. Auch darin sind sie sich einig.

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