Freckenhorsts Trainer fährt zweigleisig
Vollzeit-Job mit zwei Herzen in der Brust: Christian Franz-Pohlmann trainiert sowohl Freckenhorst Männer als auch die U 17-Fußballerinnen des FSV Gütersloh.

Aus familiären Gründen verzichtet der Trainer auf die große Bühne des Frauenfußballs. „Es gibt Dinge, die haben Vorrang“, erklärt der 38-Jährige, der beim TUS eine neue sportliche Herausforderung findet. Bezirksliga ist alles, nur eben nicht langweilig.

Spagat zwischen Ostwestfalen und Freckenhorst

Vor allem, weil Franz-Pohlmann den großen Umbruch mit 13 Zugängen schaffen will. Und auch, weil der Trainer parallel noch für die U 17-Fußballerinnen des FSV Gütersloh zuständig ist. Ein Spagat zwischen Ostwestfalen und Freckenhorst, der genau durchdacht, genau getaktet ist.

„Die Trainingszeiten überschneiden sich nicht. Und samstags spielen die Mädchen, sonntags Freckenhorst“, zählt der Trainer auf. „Aber wenn es zu Überschneidungen kommt, dann hat Freckenhorst Vorrang. Das ist alles abgeklärt.“

„Ich stehe zu meinem Wort“

Vor einem Jahr leitete Franz-Pohlmann noch die Bundesliga-Frauen vom MSV Duisburg, trennte sich aber im Guten vom Verein und sprang bei den B-Jugend-Mädels in Gütersloh ein, als die ihn dringend im Bundesliga-Abstiegskampf brauchten – und den Klassenerhalt packten.

„Gütersloh hatte mich gefragt, ob ich weitermachen will“, berichtet Franz-Pohlmann. Zu dem Zeitpunkt aber hatte er schon TUS-Obmann Heinz Goldmann zugesagt. „Ich stehe zu meinem Wort.“

Fußball-Trainer ist für Franz-Pohlmann ein Vollzeit-Job

Alles kein Problem. „Ich habe in beiden Vereinen Co-Trainer um mich, denen ich blind vertraue“, sagt der Sassenberger, der bei beiden Clubs teilzeitbeschäftigt ist. „Anders würde es nicht gehen“, erklärt er.

„Es war eigentlich nicht geplant, dass ich Trainer in Freckenhorst werde“, sagt Franz-Pohlmann und lacht. „Manchmal ist das schon verrückt. Aber ich freue mich auf die Aufgabe“, sagt der Sassenberger, der nach 20 Jahren im Trainer-Geschäft, darunter drei Jahren im Profi-Fußball, geduldiger und realistischer geworden ist. „Ich laufe nicht mehr von Eckfahne zu Eckfahne und gebe Anweisung.“

Zwar sei Franz-Pohlmann sehr ehrgeizig und habe immer Ziele vor Augen. „Aber ich weiß auch, was geht und was nicht“, erklärt der 38-Jährige. Das, was er immer wollte, hat er bereits. „Ich lebe meinen Traum als Fußballtrainer.“ Ein Vollzeit-Job mit zwei Herzen in der Brust.

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