Friedensgipfel mit Grodowski hat Erfolg
Bild: Bieckmann/RWA
Wahre Bruderliebe: Aber mit dem direkten Aufeinandertreffen zwischen Joel (l.) und Philipp Grodowski wurde es nichts. Der Ärger darüber wurde gestern Abend ausgeräumt
Bild: Bieckmann/RWA

Dass das viel umworbene Duell der Brüder zwischen Ahlens Philipp und Hamms Joel Grodowski zuerst dem RWA-Trainer Michael Schrank und dann auch noch dem Unparteiischen zum Opfer fiel, der den Jüngeren mit Rot vom Platz jagte, war für den ganzen Grodowski-Clan eine Vollkatastrophe gewesen.

Der war am Sonntag nämlich mit rund 35 Freikarten in Bestbesetzung ins Wersestadion angereist, freute sich auf ein sportliches Familienfest, das unerwartet und krachend in komplette Frustration umschlug. Ob es auch daran lag, dass Philipp nun noch am Sonntag die Vertragsauflösung von RW Ahlen erbeten hatte?

An diesem höchsten Grodowski-Feiertag vor Mama, Papa, der Rest-Familie und deren Freunden erst gar nicht zum Einsatz zu kommen, das muss böse wehgetan haben. 

Am Dienstagabend jedenfalls haben sich die Verantwortlichen zu einem Friedensgipfel zusammengesetzt, der das Schlimmste noch verhinderte. „Ach, für so was brauchen wir keine halbe Stunde“, wiegelt Abteilungsleiter Angelo Daut ab, der neben Trainer Michael Schrank und dem 23-jährigen Defensiven moderierte. „Wir haben unsere Sichtweisen übereinandergelegt, und jetzt geht es gemeinsam weiter.“

 Wie Grodowskis Sichtweise sich anhörte, kann man sich lebhaft vorstellen. Aber auch die sportliche Leitung war schon im Vorfeld auf Schmusekurs gegangen. „Natürlich kann ich nachvollziehen, dass er traurig ist und mega enttäuscht“, sagt Daut. Auch Trainer Michael Schrank, der auf der „Sechs“ Kim Völkel den Vorzug gegeben hatte, leidet mit.

„Hab ich größtes Verständnis für ihn. Er ist ja auch ein guter Junge, der sich ins Zeug legt und wichtig für uns ist.“ Und jetzt das große Aber: „Es geht nicht um den Spieler, sondern um den Verein“, so Schrank. „Ich habe einen Matchplan, und der ist wichtig. Nächstes Mal kann das wieder anders aussehen. Die anderen Bank-Spieler wollen ja auch nicht kündigen.“

Und Angelo Daut macht klar, dass es keine Sonderbehandlungen gibt: „Das ist hier keine One-Man-Show.“

Gute Argumente für beide Seiten – und ein erfolgreiches Treffen auf der Mitte, das am Dienstag die Streithähne wieder beruhigen konnte. Wieder was gelernt.

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