GTV-Reserve fühlt sich verpfiffen
Bild: Steinecke
Vergebens strecken sich Guido Große Banholt und Jens Heitjohann (v. l.). Die zweite Mannschaft des Gütersloher TV unterlag in vier Sätzen bei BW Aasee.
Bild: Steinecke

Auch einige Zeit nach der 1:3-Niederlage (25:21, 23:25, 21:25, 22:25) rang Große Banholt noch um Fassung und sagte: „So etwas habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt. Das klingt ja immer etwas nach schlechtem Verlierer. Hier ist das aber nicht der Fall. Ich habe keine Ahnung, ob er uns absichtlich benachteiligt hat.“

Der Gütersloher Trainer hatte den Eindruck, dass der Schiedsrichter Ralf Johann gerade in engen Situationen fragwürdige Entscheidungen gegen seine Mannschaft traf. Als ein Beispiel nannte Große Banholt den zweiten Satz beim Stand von 21:22. Hier entschied Johann auf Sichtblock des aufschlagenden GTV.

Auf Nachfrage von Mannschaftsführer Olaf Gieras habe er erklärt, dass ein Gütersloher Mittelblocker den Arm bewegt habe. Ebenso undurchsichtig seien die Entscheidungen auf Doppelfehler gewesen, wenn der angegriffene Ball eindeutig im Feld war, die abgepfiffenen Netzberührungen oder das Ahnden des Übergreifens vom GTV-Block bei gegnerischem Angriff.

Die Frage des Schiedsrichters an die mitgereisten Gütersloher Zuschauer „Was zahlt Ihr denn, damit Ihr hier gewinnt?“, mag ein ungeschickt platzierter Witz gewesen sein.

„Es hätte eigentlich ein schönes Spiel auf Augenhöhe werden können“, sagte Große Banholt. So mussten die Dalkestädter, die den ersten Satz gewonnen hatten, immer wieder gegen den aufkeimenden Frust ankämpfen.

Verzichten musste Gütersloh auf den plötzlich erkrankten Stefan Kleinebekel und den im Training an den Bändern verletzten Kai Bentlage. Auch Mittelmann Volker Noach fehlte, da er kurzfristig seinen Urlaub verlängert hatte. Trotzdem entwickelten sich lange und vor allem sehenswerte Ballwechsel.

Einen Protest gegen das Spiel wollen die Gütersloher nicht einlegen. Das Verfahren sei mit zu viel Aufwand verbunden und führe am Ende zu keinem Ergebnis, so Große Banholt: „Das sind ja alles Tatsachenentscheidungen, die man nicht nachprüfen kann.“

GTV II: Sander, Ali, Hönisch, Große Banholt, Meise, Heitjohann, Werner, Gieras, Schicker

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