GTV und DJK loben faire Wildcardregelung
Noch viel vor haben Spielertrainer Edin Dautovic und die DJK Rheda, die nun frühzeitig für die Landesliga planen können.

 „Um den Vereinen eine gewisse Planungssicherheit zu geben, hat das Präsidium des WBV die Beendigung des Spielbetriebes in allen WBV-Jugendligen und den WBV-Seniorenligen unterhalb der Regionalliga Damen und der 1. Regionalliga Herren beschlossen. Der Abschluss des Spielbetriebes erfolgt mit Wirkung zum 12. März. Die aktuellen Tabellen werden als offizielle Abschlusstabellen geführt“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des WBV.

Und dann wird es interessant: „Im Seniorenbereich werden diese Abschlusstabellen für die Vergabe der Anwartschaften/Teilnahmerechte für die Saison 2020/2021 herangezogen. Um Härtefälle zu vermeiden, wird es im Seniorenbereich folgende zusätzliche Regelung geben: Die auf Platz eins stehende Mannschaft jeder Spielgruppe erhält die Anwartschaft für die nächst höhere Liga (Aufsteiger). Sofern eine Mannschaft unter realistischen Aspekten rechnerisch ebenfalls den ersten Platz hätte erreichen können, kann sie eine Wildcard für die Saison 2020/2021 für die nächst höhere Liga beantragen.

Die Mannschaft, die nach der Ausschreibung 2019/2020 auf einem Abstiegsplatz steht, erhält die Anwartschaft für die nächst tiefere Liga (Absteiger). Eine Mannschaft, die so auf einem Abstiegsplatz steht, hat die Möglichkeit, für die Saison 2020/2021 eine Wildcard zu beantragen. Voraussetzung dafür ist, dass sie bei normalem Verlauf der Saison rechnerisch einen Nichtabstiegsplatz hätten erreichen können.

Mannschaften, die berechtigt sind, eine Wildcard zu beantragen, müssen diese bis zum 6. Mai 2020 beantragt haben. Sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, erhält die Mannschaft die Wildcard und damit die Anwartschaft für die entsprechende Liga. Sollten dadurch mehr Plätze in einer Spielgruppe notwendig werden, so wird entsprechend aufgestockt.“

Und weiter:

„Mit der Wildcardregelung soll ausgeglichen werden, dass die letzten – vielleicht sogar entscheidenden – Spiele nicht mehr ausgetragen werden können. Keine Mannschaft soll durch den vorzeitigen Abschluss des Spielbetriebs einen entscheidenden Nachteil haben. Die Regelung bedeutet zugleich aber auch eine hohe Belastung für den Spielbetrieb in der kommenden Saison. Alle sind aufgefordert, mit dieser Regelung verantwortungsvoll umzugehen und die Chancen auf eine andere, bessere Platzierung realistisch einzuschätzen. Die genaue Umsetzung wird in der Ausschreibung für die Saison 2020/2021 geregelt werden“, so der Verband.

„Das halte ich für eine sehr faire Lösung“, sagte am Freitagmittag Ioannis Ignatiadis, Abteilungsleiter Basketball des Gütersloher TV. Im Männerbereich ist der Verein nicht auf eine Wildcard angewiesen.

Die zweite Mannschaft steht in der Bezirksliga 16 zwar auf Platz zwei. Weil sie aufgrund der ungeraden Zahl von Mannschaften zweimal spielfrei war, ist Kreisrivale DJK Rheda an den bis dato führenden „Turnern“ vorbeigezogen. Weil der Verein jedoch die eigentlich in die Oberliga aufgestiegene Mannschaft vor Serienstart zurückgezogen hatte und somit als erster Absteiger feststand, hatte der GTV die Landesliga sowieso sicher.

Ob das GTV-Frauenteam als Tabellendritter (punktgleich mit dem Zweiten) die Wildcard in Anspruch nehmen wird, konnte der 43-jährige Ignatiadis gestern noch nicht beantworten. „Das werden wir in Ruhe überlegen. Klar ist, dass die dann wieder gemeldete erste Männermannschaft in der Landesligasaison 2020/21 weiter von Christof Kramer trainiert wird.“

Auch Edin Dautovic, Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters und somit ebenfalls künftigen Landesligisten DJK Rheda, lobt den WBV-Beschluss. „Ich finde es sehr gut, wie der Verband das geregelt hat und stimme in allen Punkten überein“, freut sich der 33-Jährige, der auch künftig als Spielertrainer weiter selbst den Ball in die Hand nehmen will. Denn nun haben Dautovic, der auch in einer Managerfunktion für die DJK aktiv ist, und seine Mitstreiter im organisatorischen Umfeld mehr Zeit und vor allem Gewissheit bei der Planung der Saison 2020/21. Denn die Rhedaer haben ehrgeizige Ziele. „Wir möchten uns in allen Bereichen verbessern und mal wieder dahin kommen, wo wie DJK vor zwölf, dreizehn Jahren war, also in die Regionalliga“, führt Dautovic aus, der zu dieser Saison vom GTV nach Rheda gewechselt war.

Somit bedauert der Sportler Dautovic sehr, dass es nicht zum dem bereist als großes Fest geplanten Saisonfinale mit der Partie DJK – GTV in der Halle des Einsteingymnasiums kommt. „Da mit einer Revanche für die Hinrundenniederlage als Sieger aufzusteigen, hätte viel süßer geschmeckt.“ Doch nun können Gespräche mit potenziellen Neuzugängen intensiviert werden.

Ein ganz wichtiges Standbein für die Zukunft soll die Jugendarbeit sein. „Darin wollen wir viel investieren“, bekräftigt Edin Dautovic. Aktuell hat die DJK von der U10 bis zur U18 durchgängig Mannschaften gemeldet. Zur neuen Saison sollen eine zweite Männer und Frauenmannschaft um Punkte spielen, auch Rollstuhlbasketball wird in Rheda angeboten.

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