Gedemütigtes RW Ahlen beißt zurück
Abgeblockt: Alexander Thiele stoppt Speldorfs Pütters.

Von den eigenen Fans nach der Pokalniederlage per Transparent als „Versager“ beschimpft, von einigen dahergelaufenen Paderborner und Speldorfer Radaubrüdern verhöhnt („Gegen Beckum kann man mal verlier’n“) und 80 Minuten kein Tor, obwohl vom unterirdisch schwachen Gegner VfB Speldorf zu einem Haus der offenen Tür eingeladen. Das kann man nur auf einem Wege beantworten: mit einem Sieg.

 „Da haben sie sich aber mal die Seele frei geschossen“, kommentiert Trainer Peter Feldkötter sparsam lächelnd. Marcos Brandao Bello beendete den langen Leidensweg seiner rotweißen Kollegen als er einen Abpraller aus der Speldorfer Abwehr in die Maschen wuchtete (80.). Dass Ahlen bis dahin eigentlich schon hätte 6:1 führen können, ist ein ganz anderes Thema und war nach diesem 1:0-Sieg auch nur noch zweitrangig.

„Schon das zweite Spiel verdient gewonnen“, sagt Feldkötter. „Sie haben gezeigt, dass sie auch ein bisschen Fußball spielen können.“ Alles toll, alles dominant über druckvolle Flanken (Brandao Bello, Hecker). Das aber eben nur bis zur Chance.

Von denen hatte der Gastgeber genügend, nur keinen Vollstrecker. Dahlhoff, Köhler jeweils im Kopfball und Hecker mit einem Heber streiften noch die Latte, Hecker spielte unbedrängt im Strafraum lieber quer, statt selbst zu schießen, Khimiri schiebt den Ball frei stehend in die Arme von Torhüter Hillebrand. Und Said, perfekt bedient von Nas, kann sich zwischen Annehmen und Schießen nicht entscheiden – also springt dem Ahnungslosen der Ball zwei Meter vor dem Tor vom Stiefel. Nur Hahnemann glänzt noch, als er einen Schuss von Akdeniz hält – mehr Gegenwehr hatte der schlaffe Gast nicht zu bieten.

 Dass er dafür bestraft wurde, war nicht selbstverständlich, auch nicht abzusehen, aber dafür um so schöner. Denn wer getreten wird, hat das Recht zu beißen

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