Graskamp nächste Saison kein FSV-Trainer mehr
Bild: Steinecke
Gehen demnächst getrennte Wege: FSV Güterslohs Geschäftsführer Michael Horstkötter (l.) und Markus Graskamp einigten sich jetzt darauf, den zum Saisonende auslaufenen Vertrag des Trainers nicht zu verlängern.
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Die Entwicklung kündigte sich an. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwierig ist“, hatte der 42-Jährige die Anforderungen der ersten Liga unterschätzt. „Ich hätte es verstanden, wenn sich die Vereinsführung zur Winterpause gegen mich entschieden hätte, um einen neuen Reiz zu schaffen“, so Graskamp weiter, der seit 2010 für den FSV tätig ist.

Jetzt zog Graskamp den Schlussstrich. Am Samstag teilte er Geschäftsführer Michael Horstkötter mit, dass er kommende Saison nicht mehr auf der Bank sitzen wird. Trotzdem möchte Graskamp weiter für den FSV tätig sein. Angedacht ist die Position des sportlichen Leiters.

„Da müssen die Details noch geklärt werden“, sagt Horstkötter, für den Graskamps Entscheidung überraschend kam. Die Saison will der Noch-Trainer „ordentlich über die Bühne bringen“.

Da Jena einen Punkt gegen Frankfurt holte, hat der FSV den Klassenerhalt abgeschrieben. „Nur die allergrößten Optimisten sagen noch, dass es möglich ist“, gibt FSV-Geschäftsstellenleiterin Claudia von Lanken die Kurskorrektur bekannt: „Vorletzter zu werden, muss nun das absolute Ziel sein.“

Dafür kann Graskamp personell aus dem Vollen schöpfen. Allerdings weiß er auch: „Nur auf die eigene Schulter klopfen, dass wir gut gespielt haben, bringt nichts. Wir müssen auch mal was Zählbares mit nach Hause bringen.“ Dafür setzt er auf eine taktische Ausrichtung wie gegen Bayern München am letzten Spieltag.

Anne van Bonn steht nach ihrer Gelb-Sperre wieder zur Verfügung. Im Tor setzte Graskamp gegen München auf Anja Berger. Die zuletzt verunsicherte Stammkeeperin Tessa Rinkes gehörte nicht zum Kader. „Das war keine Degradierung. Ich wollte sie nur aus der Schusslinie nehmen“, wird Graskamp voraussichtlich noch einmal Berger ins Tor stellen.

Bevor Markus Graskamp am Mittwochabend mit der Mannschaft sprach, teilte er seinen Rücktritt vom Traineramt Mannschaftsführerin Anne van Bonn mit. „Damit hat niemand gerechnet, aber die Gründe sind für mich nachvollziehbar. Jetzt muss das erst einmal jede Spielerin für sich selber verarbeiten“, sagt van Bonn.

Graskamp gab an, dass im Falle des eher unwahrscheinlichen Klassenerhalts für ihn der zeitliche Aufwand nicht mehr zu leisten sei. Und in der zweiten Liga könne ein neuer Trainer Impulse beim Aufbau eines neuen Teams, bestehend aus erfahrenen und jungen Spielerinnen, setzen.

Eine der erfahrenen Spielerinnen könnte Anne van Bonn sein. Gespräche mit der Mittelfeldspielerin haben bisher noch nicht stattgefunden. Die 27-Jährige hält sich die Entscheidung zwar noch offen, signalisiert aber durchaus Bereitschaft: „Ich bin nicht komplett abgeneigt zu bleiben.“

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