Guter Jahrgang soll in Ruhe reifen
Mit breiter Brust ins Übergangsjahr: Der SC Roland mit seinen Neuen (v. l.) Jonas Westmeyer, Maximilian Wüst, Timo Achenbach, Konstantinos Papadopoulos, Sebastian Stroemer, Dastin Szmanski, Vadim Thomas, Frederic Westergerling, Florian Ernst, Trainer Carsten Droll und der Sportliche Leiter Manfred Westerbeck.

Gedacht schon, aber natürlich zu spät. Also hat sich am Samstag und am gestrigen Sonntag die 81-jährige Maria Rolf an die Nähmaschine gesetzt und den Roländern Jungs mal schnell ihre Leinenbeutel genäht, damit die verschwitzten Trainingsklamotten auch ordentlich transportiert werden können. Samstag die weißen, heute die roten Stofftaschen.

 „Wir sind eben ein Familienbetrieb“, lacht Marias Schwiegertochter Gaby Grothe, beim SC Roland für die duftend sauberen Leibchen zuständig. Fix noch mit Edding die Rückennummer draufgemalt – fertig! Gerade rechtzeitig vorm Trainingsauftakt am Sonntag Mittag – Herrjeh! – die Kerle müssen doch gepflegt daherkommen.

Keine Attacke auf die Oberliga-Konkurrenz, wenn die Logistik nicht stimmt. „Vier Wochen Pause reichten, jetzt freu’ ich mich“, begrüßte Trainer Carsten Droll deshalb auch ganz entspannt seine neuen und alten Spieler, die bereits seit Mitte Juni komplett beieinander sind. Der so große Schnitt mit 13 Abgängen und zehn Neuzugängen sei so zwar nicht geplant gewesen, gibt Droll zu. „Aber wir haben junge, talentierte Spieler dazubekommen.“

Und die wollen sie in Roland in diesem Übergangsjahr nun auch länger halten, um – wie Droll sagt – „mit Leuten, die sich mit dem Verein identifizieren, eine starke, homogene Truppe aufzubauen.“ Der SC Roland nimmt sich die Zeit, um zu reifen. Unter die ersten Zehn bleibe das Ziel eines starken Kaders, betont der Sportliche Leiter Manfred Westerbeck: „Aber wir lassen es langsam angehen. Oberliga zu spielen, ist immer noch ein gewaltiges Ausrufezeichen, das wir setzen können.“

Auch als Meister, falls es denn so käme, ist ein Aufstieg weiterhin illusorisch. Es fehlt nicht nur an den Voraussetzungen der Sportanlage, sondern vor allem an den verlangten fünf Jugendmannschaften. Derzeit basteln sie noch daran, ein drittes Nachwuchsteam aufzubauen. „Es soll sich entwickeln“, hat Carsten Droll keinen Stress mit seinem „Dorfverein“, wie er nicht ohne Stolz sagt. Ein Dorfverein, der weiterhin nach Höherem strebt, aber sich Zeit lässt, mit seinen Ansprüchen zu wachsen.

 Regionalliga? Sehr gern. Aber es ist ja wie mit den Wäschebeuteln: es sind die Kleinigkeiten, die erst passen müssen, damit große Pläne später funktionieren können.

Alle Trainingsauftakte des Wochenendes mit relevanten Informationen in der Glocke am Montag.

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