Hanna Knüppel liebt Pferde und Ball
Bild: Studio Kaup
Zwei Herzen schlagen in Hanna Knüppels Brust: Die 20-Jährige aus Warendorf hat es mit dem 13-jährigen Wallach Carismo bereits zu Meisterehren in der Vielseitigkeit gebracht, geht beim SC DJK Everswinkel aber auch leidenschaftlich dem Handball nach.
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Und sie brachte es in der Vielseitigkeit bereits zu EM-Ehren.

Eine Dressur, ein Springparcours und eine Geländeprüfung, das sind die drei Disziplinen, auf die es in der Vielseitigkeit ankommt. Hanna Knüppel trainiert alle drei, die 20-Jährige ist die amtierende Deutsche Meisterin der U21-Vielseitigkeitsreiter. „Der Sport bringt einem viel bei, wie Disziplin und Zielstrebigkeit“, sagt sie.

Doch nur diese drei Pferdesportdisziplinen reichen ihr nicht aus: Neben der Reiterei hat sie sich dem Handball verschrieben. Hanna Knüppel macht seit September 2016 eine Ausbildung zur Pferdewirtin im Bundesleistungszentrum in Warendorf, Handball spielt sie mittlerweile in ihrer Freizeit. Den Ballsport haben der aus Kisdorf in Schleswig-Holstein stammenden Sportlerin ihre Eltern nahe gebracht: „In meiner Familie spielen alle Handball, deshalb hat das auch bei mir einen großen Stellenwert.“

In ihrer Jugendzeit trainierte sie mit einer Mannschaft aus der dritten Bundesliga, war auf dem Sprung in den Leistungssport. Doch neben dem Handball begeisterte sich Knüppel schon früh für Pferde: „Meine Oma hatte einen kleinen Pensionsstall, Pferde sind immer Teil der Familie gewesen. Aber einen Bezug zum Pferdesport gab es nicht. Der kam erst 2011 mit Carismo.“

Gemeinsam mit dem 13-jährigen Wallach arbeitete sie sich bis in den Spitzensport vor und sammelte bereits EM-Medaillen. 2015 gewann sie mit ihm in der Altersklasse der Junioren (U18) Mannschaftsgold und Bronze in der Einzelwertung der EM. Erst Mitte Juni wurde Knüppel mit Carismo außerdem Deutsche Meisterin in der Altersklasse der Jungen Reiter (U21). D

ie Kombination beider Sportarten wurde irgendwann zum Spagat: „Bis zur achten oder neunten Klasse konnte ich beides gut miteinander verbinden, dann wurde die Schule mehr und ich habe mich für das Reiten entschieden. Meine Mutter hat es verstanden, mein Vater war anfangs etwas enttäuscht. Mittlerweile unterstützt er das aber voll und ganz und kommt auch immer zu den Turnieren.“

Ganz aufgegeben hat Knüppel den Handball deshalb noch nicht. Seit November vergangenen Jahres trainiert sie zweimal in der Woche beim Landesligisten SC DJK Everswinkel II. „Am Anfang war es für mich schwierig hier in Warendorf, weil sich rund um die Uhr alles um die Pferde drehte. Durch den Handball habe ich Abwechslung vom Stall. Reiten ist auch viel Kopfsache, beim Handball kann ich dafür abschalten.“

Auf den ersten Blick haben beide Sportarten nicht viel gemeinsam, aber: „Das ergänzt sich optimal. Beim Reiten werden Rumpfmuskulatur und Gleichgewicht geschult, das hilft beim Handball. Dafür ist Handball gut für die Beinmuskulatur und die Kondition.“

Zeitlich bekommt Knüppel dank der geregelten Arbeitszeiten mittlerweile beides wieder gut unter einen Hut. „Die Vielseitigkeitsturniere sind zum Glück den Sommer über, Handball spielen wir im Winter“, sagt sie.

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