Heimtraining mit Pulsgurt und Fernkontrolle
Im Austausch angesichts der Virus-Krise stehen derzeit Rot-Weiß Ahlens Sportlicher Leiter Joachim Krug (l.) und Heinz-Jürgen Gosda, Vorsitzender des RWA-Aufsichtsrates.

Mit Blick auf das Umdenken beim Oberliga-Spitzenreiter SC Wiedenbrück, der nun doch die Regionalliga-Lizenz beantragen will (siehe unten stehenden Text), dürften die Anstrengungen bei den Rot-Weißen um so intensiver ausfallen. Denn aus dem vermeintlichen Zweikampf mit dem RSV Meinerzhagen ist so ein Mehrkampf um die beiden Aufstiegsplätze zur vierten Liga entstanden.

Sorgen machen sich die RWA-Verantwortlichen indes keine, dass die Spieler lieber auf dem Sofa liegen, statt an ihrer Kondition zu arbeiten. Intervallläufe, Dehn- und Stabilitätsübungen stehen unter anderem in der Corona-Zwangspause auf dem Programm für das Team um Kapitän Rene Lindner.

Christian Britscho setzt in diesen Tagen allerdings nicht nur auf die Selbstdisziplin der Spieler. „Alle habe Pulsbänder bekommen“, schildert Ahlens Sportlicher Leiter Joachim Krug, dass das Sportprogramm kontinuierlich vom Trainer überwacht werden kann. Denn Britscho stehen Mittel zur Verfügung, die Daten aus der Ferne zu überprüfen. Krug: „Natürlich gehört trotzdem ein Grundvertrauen dazu.“

Vorerst ist die Spiel- und Trainingspause offiziell bis zum 19. April angesetzt. Eine Zeit, in der die finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Rot-Weißen wie alle anderen Sportvereine auch durch Heimspiele keine Einnahmen generieren können. „Wir haben mit den Spielern telefoniert, die wissen, was auf sie zukommt“, sagt Krug mit Blick auf die Aufwandsentschädigungen. Denn: „In den Beträgen sind die Fahrtkosten bereits enthalten. Die dürfen wir derzeit natürlich nicht überweisen.“

 „Einige Vereine werden demnächst wohl in die Knie gehen“, ist Joachim Krug angesichts der Ungewissheit, wann und wie es weitergehen kann, überzeugt und fügt mit Blick auf die Situation bei RW Ahlen gleich beruhigend hinzu: „Wir können es überstehen.“ Dabei setzt der Sportliche Leiter nicht zuletzt auf die Unterstützung durch Heinz-Jürgen Gosda: „Unser Aufsichtsratschef findet hoffentlich Sponsoren, die bereit sind, RWA zu helfen.“ Allerdings ist sich Joachim Krug natürlich auch bewusst, dass „wir nicht einfach so weitermachen können wie bisher“.

Seitdem Christian Britscho bekannt gegeben hat, zum Saisonende als Trainer des Fußball-Oberligisten RW Ahlen aufzuhören, trudeln beim Sportlichen Leiter Joachim Krug die Bewerbungen für seine Nachfolge ein. „Aber natürlich haben wir auch selber die Angel ausgeworfen“, muss sich Krug nur irgendwann schlüssig werden (können), welches Anforderungsprofil der Britscho-Nachfolger mitbringen soll.

„Für die Oberliga würde ich gerne auf einen jüngeren Trainer setzen, der noch Erfahrungen sammeln muss“, weiß Krug aber auch, dass dies mit Perspektive Regionalliga ein zu riskantes Unterfangen wäre: „Da sollte es dann schon ein erfahrener Trainer sein.“

Auch die Kaderplanung für die kommende Saison könnte einfacher sein. „Falls Ahlen aufsteigt, werden die meisten Spieler ohnehin bleiben“, ist Joachim Krug überzeugt. Mit einem „gewissen Demut“ begegne RWA der aktuellen Situation und will sich deshalb auch bei Gesprächen mit potenziellen Zugängen angesichts der Ungewissheit nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Krug: „Sobald sich die Lage normalisiert, gehen wir in die Gespräche.“

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