Hinten die Kelle, vorne die „Tormonster“
Endlich wieder jubeln: RW Ahlen gewinnt bei den favorisierten Siegernern und macht einfach alles richtig.

Früher Rückstand, 90 Minuten Vollgas des Gegners – alles dank einer disziplinierten Abwehr überstanden und zu einem 2:1-Sieg im Leimbachstadion umgemünzt – es geht eben auch anders.

 Nur im Angriff, da tut sich nicht viel Neues. Die üblichen Gefährlichen halt: „Unser Tormonster“, grinst Pressesprecher Marco Stiemke über Rouven Meschedes drittes Saison- und diesmal sogar Siegtor. Der „Sechser“ köpft eine Nieddu-Flanke am zweiten Pfosten zum 2:1 ein (20.).

„Wann er wohl das letzte Mal drei Tore gemacht hat? In der F-Jugend?“, versagt sogar Stiemkes Statistik. Vorher aber hatte Ahlens Tormonster Nummer eins, der rotweiße Godzilla, schon zugeschlagen. Cihan Yilmaz – wer sonst? – verwandelte mit seinem fünften Treffer einen 22-Meter-Freistoß leicht abgefälscht zum Ausgleich (17.).

Das alles umso erstaunlicher, weil sich Ahlen rasend schnell von einem bösen Rückschlag erholt hatte. Siegens Jost hatte in Minute vier einen von Nieddu verursachten Foulelfmeter zum 0:1-Rückstandversenkt. Die frühe Antworten von Yilmaz und Meschede waren Gold wert, denn von nun an packte Ahlen die Maurerkelle aus.

 Die Sportfreunde drückten, attackierten und belagerten das Bollwerk der Gäste und holten sich nichts als blutige Nasen. Im Gegenteil: Mitten ins Siegener Powerplay setzte Ahlen seine Konter. Meschedes Heber aber ging knapp vorbei (43.), nach der Pause vergaben Hoti zweimal, Grodowski per Kopfball und völlig frei Ota, der Siegens Torwart anschoss.

Erst in der Schlussphase kam auch mal der Gastgeber durch, ein Schuss verpasste das Tor knapp, den anderen, ein Freistoß von Horie, parierte Alisic (85.). Es geht eben auch anders: Ausnahmsweise mal nicht in letzter Minute wieder alles verloren. Sollte das ein Trend werden, niemand hätte was dagegen.

SOCIAL BOOKMARKS