Hölscher hält den SCW ins Finale
Bild: Dünhölter
Der gefeierte Mann: Wiedenbrücks Torhüter Marcel Hölscher hielt im Halbfinale des Westfalenpokals beim SC Verl insgesamt vier Elfmeter.
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Da waren sich nach diesen mehr als 120 Minuten an der Poststraße alle Beteiligten einig: Der „Matchwinner“, wie auch SCV-Trainer Guerino Capretti ihn nannte, hieß Marcel Hölscher. Zunächst parierte der Schlussmann des SC Wiedenbrück in der 42. Minute einen von Julian Stöckner getretenen Strafstoß. Später, bereits in der Verlängerung, hielt er sein Team mit einer Parade gegen Fabian Brosowski (113.) im Spiel. Und dann dieses Elfmeterschießen, nachdem nach 120 Minuten immer noch ein 0:0 an der Anzeigetafel gestanden hatte.

Im Endspiel wartet Rödinghausen

Den ersten Versuch von Bastian Müller hielt Hölscher, den zweiten von Matthias Haeder ebenfalls. Und da aller guten Dinge drei - beziehungsweise in diesem Fall vier - sind, war der SCW-Torwart auch gegen Marko Stojanovic zur Stelle. Für Wiedenbrück verwandelten unterdessen André Wallenborn, Oliver Zech und Kamil Bednarski souverän. Damit war der 3:0-Sieg und der Einzug ins Endspiel für die Gäste perfekt. Im Finale trifft das Team von Björn Mehnert im Mai auf den SV Rödinghausen, der bereits am Freitagabend mit 3:0 nach Verlängerung gegen Oberligist TuS Haltern gewonnen hatte.

Ein gelungener Schachzug

Der SCW überraschte Verl mit einer für das Mehnert-Team ungewohnten Taktik. „Wir hatten den Gegner tatsächlich anders erwartet und anfangs Probleme“, gab SCV-Trainer Capretti zu. Der SCW trat im Mittelfeld mit einer Raute bestehend aus Geisler, Andreas, Zech und Brinkmann sowie davor mit den zwei Angreifern Bednarski und Schikowski an. Ein gelungener Schachzug, mit dem die Hausherren tatsächlich Schwierigkeiten hatten. Die erste gefährliche Szene resultierte jedoch aus einer Standardsituation, Bednarski touchierte in der zehnten Minute mit einem Freistoß die Latte. Verl hatte kurz vor der Pause - wie anfangs bereits erwähnt - eine dicke Möglichkeit zur Führung. Leenemann brachte im Strafraum Yildirim zu Fall, doch den folgenden Elfmeter hielt Hölscher.

Schikowski hat Sieg auf dem Fuß

Im zweiten Durchgang erwischte erneut Wiedenbrück den besseren Start. Aus den eindeutigen Vorteilen wurden jedoch keine gefährlichen Situationen, zu sicher stand die Verler Defensive. Auf der Gegenseite verfehlte Yildirim mit einem Schuss aus der Drehung von der Strafraumgrenze sein Ziel deutlich. Acht Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte Patrick Schikowski den Siegtreffer für den SCW auf dem Fuß, doch Stöckner klärte in höchster Not kurz vor der Linie. So blieb es beim 0:0, das Halbfinal-Derby vor bloß 518 Zuschauern ging in die Verlängerung.

Kein Kapital aus der Überzahl

Und dort mussten die Gäste bereits nach zwei Minuten eine Schwächung verkraften: Der bereits verwarnte Tristan Duschke ging gegen Brosowski zu rüde in den Zweikampf, Schiedsrichter Bastian Börner zeigte ihm die Gelb-Rote Karte. Aus der Überzahl schlug der SC Verl jedoch kein Kapital, ein Schuss von Stojanovic in die Arme von Hölscher (95.) und ein Kopfball von Yildirim, der das Tor knapp verfehlte (98.), waren zunächst die besten Gelegenheiten für die Hausherren. Zwischendurch kam erneut Schikowski frei zum Schuss, er versuchte es jedoch mit einem Heber und nicht mit Wucht - kein Problem für Verls Torwart Robin Brüseke.

Der große Auftritt von Hölscher

In der zweiten Halbzeit der Verlängerung waren es sogar eher die Gäste, die auf Sieg spielten. In der 107. Minute scheiterte Bednarski per Kopf, in der 116. Minute klärte Anton Heinz nach einer Hereingabe von Wallenborn am langen Pfosten vor dem einschussbereiten Bednarski. Es blieb also beim 0:0 - und nun folgte der große Auftritt des Marcel Hölscher, der mit seinen Paraden gegen Müller, Haeder und Stojanovic den SCW ins Finale hielt. Das letzte Wort gehört damit auch dem „Matchwinner“: „Dass ich einen guten Tag habe, habe ich schon gemerkt, als ich den ersten Elfmeter gehalten habe. Das ist wichtig für uns als Mannschaft, diesen Aufschwung können wir jetzt auch mit in die Liga nehmen.“

Die kompletten Analyse, weitere Reaktionen und einen Kommentar zum Halbfinale des Westfalenpokals zwischen dem SC Verl und SC Wiedenbrück lesen Sie am Montag, 4. März, in der „Glocke“.

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