In der Abwehr zu grün, im Sturm zu brav
Bild: Wegener
Oliver Glöden & Co. warten weiterhin auf den ersten Saisonsieg.
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Ahlen war zwar weit davon entfernt zu überzeugen, hätte aber einen Zähler verdient gehabt. Ein katastrophaler Schnitzer genügte, um dem Traum vom ersten Saisonsieg zu zerstören.

 In der 73. Minute flog eine Linksflanke in den RW-Strafraum. Essens Manuel Schulitz stand völlig ungedeckt fünf Meter vor dem Kasten und musste nur noch einnicken. Es war aus Ahlener Sicht der Negativ-Höhepunkt einer schwachen zweiten Halbzeit, in der alle Akteure den tropischen Verhältnissen Tribut zollen mussten.

Das Spiel hatte der Gastgeber eigentlich aber schon in der ersten Halbzeit aus der Hand gegeben. Nach 20 Minuten Sommerfußbball und viel Dusel für Rot-Weiß bei einem Lattenkracher von Essens Bestem, Kamil Bednarski (15.), bekam die Berndsen-Elf die Partie besser in den Griff.

Die Chancenauswertung blieb aber wie im bisherigen Saisonverlauf das große RW-Manko. Marcel Ramseys Fehlversuche waren bezeichnend. Zweimal (23., 27.) zögerte der Angreifer freistehend viel zu lange. Zudem verfehlte Alexander Thamm (38.) nach einem Szymaniak-Freistoß mit einem Kopfball den Kasten.

Der zweite Abschnitt begann für Essen verheißungsvoll mit einer glasklaren Chance (46.) von Vincenzo Burgio. Auch Sercan Mutlus Außenristversuch (48.) beschwor größte Gefahr vor dem Ahlener Kasten herauf. Von den Platzherren war nun nicht mehr viel zu sehen.

 Essen bekam nach gut einer Stunde die zweite Luft. Schulitz hatte bereits in der 70. Minute die Entscheidung auf dem Fuß, drosch die Kugel aber aus kurzer Distanz über das Gehäuse. Wenig später gelang ihm dank Ahlener Passivität das Tor des Tages. RW rannte danach an, blieb aber erfolglos. „Wir hätten einen Elfmeter bekommen müssen“, ereiferte sich Berndsen angesichts eines Handspiels von Kevin Müller (90.). Es passte ins Bild, dass Schiedsrichter Thomas Altgeld (Bochum) diese Szene völlig anders bewertete.

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