Jetzt bei der WM aufs Treppchen
Bild: Lehmeyer
Ein gutes Gespann: Markus Beerhues und Beifahrerin Victoria Kessler haben mit „Alicante B“ bei der Deutschen Meisterschaft in München den sechsten Platz erreicht.
Bild: Lehmeyer

„Dolero B“, das Hauptpferd des querschnittsgelähmten Markus Beerhues, mit dem er bereits viele Erfolge und Titel errungen hat, hat sich vor knapp einem Jahr verletzt. „Im Moment befindet er sich noch im Aufbautraining“, erklärt der 44-jährige Beerhues, der in Benteler lebt und für den Verein St. Georg Wadersloh antritt. Ein Start bei der Deutschen Meisterschaft in dem Reitstadion in München-Riem, das eigens für die Olympischen Spiele 1972 errichtet worden ist, wäre für „Dolero B“ aber noch „viel zu früh“ gekommen, wie Beerhues erläutert. Also musste die 13-jährige Stute „Alicante B“ am vergangenen Wochenende in die Bresche springen.

Auch organisatorisch eine Herausforderung

Bereits am Mittwoch trat Beerhues gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Beifahrerin Corinna Kettler sowie Victoria Kessler von St. Georg Wadersloh, ebenfalls Beifahrerin, die Reise in den Süden der Republik an. Die Prüfungen in den Disziplinen Dressur, Marathon und Kegelfahren standen am Donnerstag, Samstag und Sonntag an. Untergebracht war der westfälische Tross in einem Hotel. Noch in der Nacht zu Montag ging es auf die Rückreise. Der Start bei einer Deutschen Meisterschaft ist also nicht nur sportlich eine Herausforderung, sondern auch organisatorisch. „Ich bin froh, dass alles so gut über die Bühne gegangen ist“, sagt Beerhues.

Gelände „sehr anspruchsvoll“

Seit 2001 hat der Gespannfahrer aus Benteler an allen deutschen Meisterschaften teilgenommen. Im vergangenen Jahr wurde er Vizemeister, außerdem ist er amtierender Mannschaftsweltmeister. Markus Beerhues ist also durchaus erfolgsverwöhnt, doch mit Platz sechs auf einem „sehr anspruchsvollen“ Gelände kann er ziemlich gut leben. Für die Weltmeisterschaft, die Anfang August im niederländischen Beesd stattfindet, hat Beerhues jedoch andere Pläne. „Wenn wir dahinfahren, wollen wir auch aufs Treppchen“, sagt der 44-Jährige, der immer mit im eigenen Stall gezogenen Pferden an den Start geht. Bislang ist unklar, ob „Dolero B“ rechtzeitig bis zur WM einsatzbereit ist. Doch spätestens seit dem vergangenen Wochenende in München weiß Beerhues, dass er auch auf „Alicante B“ zählen kann.

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