Jung und erfolgreich am Schachbrett
Bild: Hoheisel
Zwei Generationen am Schachbrett: Thomas Bergmann (Mitte), Vorsitzender des Rhedaer Schachvereins, schaut Jan Surmann (8) und Kirsten Bünte (10) zu, wie sie sich mit König, Dame und Turm duellieren. Insgesamt hat der Club 62 Mitglieder – 22 davon sind unter 18 Jahre alt.
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Es ist einer der letzten heißen Nachmittage dieses Spätsommers. Während sich einige Jugendliche auf dem benachbarten Fußballplatz schweißtreibende Duelle im Strafraum liefern, brüten im Innern des Sportheims des VfL Rheda mehrere Kinderköpfe über Schachbrettern. Die Luft ist etwas stickig, die Nachwuchsspieler total konzentriert. Wenn jemand etwas sagt, dann höchstens im Flüsterton. Thomas Bergmann wandert zwischen den Tischen hin und her, schaut hier über eine Schulter und gibt dort einen Ratschlag. Er ist Vorsitzender des Rhedaer Schachvereins. „Vor zwei, drei Jahren saßen wir hier mit einer Jugendlichen“, sagt Bergmann. Seitdem hat sich das Bild augenscheinlich gewandelt.

„Das ist ein Multiplikatoren-Effekt“

Nur woher kommt der Zulauf, die wachsende Begeisterung für Schach? Für dieses schwierige Spiel, das viel Konzentrationsfähigkeit und noch mehr Geduld erfordert? Der Verein aus Rheda ist mit Schach-AGs an Schulen aktiv oder bietet Angebote im Rahmen von Ferienspieltagen an. Der Rest scheint ein Selbstläufer zu sein. „Das ist ein Multiplikatoren-Effekt“, sagt Bergmann und erklärt, dass es halt neugierig mache, wenn ein Mädchen zu ihrer Freundin sagt, dass sie heute nicht ins Freibad kommt und stattdessen Schach spielt. Diese Beschreibung könnte auf die zehnjährige Kirsten Bünte zutreffen. Sie sagt, sie sei über ihren Vater und ihre große Schwester zum Schach gekommen.

Gut für die Entwicklung

Was ihr an diesem Denksport gefällt? „Ich will was mit dem Kopf tun.“ Ihr allererstes Spiel hätte sie gegen ihren Vater Andreas Bünte gemacht – und verloren, wie sie erzählt. Heute gewänne sie ab und an. „Schon, wenn er mal nicht aufpasst“, sagt Kirsten und lächelt verlegen. Dass Kinder und Jugendliche wie Kirsten Bünte oder auch ihr Trainingspartner Jan Surmann sich für Schach begeistern, ist einerseits ein Glücksfall für den Rhedaer Schachverein, andererseits aber auch gut für die Entwicklung des Nachwuchses. „Sie lernen, sich zu konzentrieren oder auch in mathematischen Richtungen zu denken“, erklärt Thomas Bergmann. Wann er mit Schach begonnen hat? „Auch mit zehn Jahren“, sagt er und grinst.

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