Kapitäne einig: Halle wird voll, Stimmung heiß
Hoch motiviert geht Mathias Böse, Abwehrchef, Kreisläufer und Kapitän des TV Isselhorst ins Derby. 

 Die Harsewinkeler raten ihren Fans, eine Stunde vor vorher da zu sein. „Das schreckt auch einige ab. Wenn die Halle größer wäre, bin ich mir sicher, dass aus Harsewinkel 300 Leute anreisen würden“, sagt TSG-Trainer Manuel Mühlbrandt. Um Punkte haben beide Mannschaften zuletzt am 14. April 2012 gespielt. Als einziger Spieler ist der Isselhorster Kreisläufer Julian Höcker am Samstag noch dabei. Sebastian Ziemba ist beim TVI mittlerweile als Betreuer und Co-Trainer im Einsatz. Aus dem TSG-Kader war Manuel Mühlbrandt als Spieler im Hinspiel auf dem Feld. Im April stand Harsewinkel dagegen längst als Meister fest, Mühlbrandt wurde in der Reserve eingesetzt. Dennoch gewann die TSG in Isselhorst mit 32:24.

 Die „Glocke“ sprach vor dem Südkreisderby mit den Mannschaftskapitänen. Sven Bröskamp (24), ist im vierten Jahr Kapitän bei der TSG Harsewinkel. Der auf allen drei Positionen einsetzbare Rückraumspieler hat zuletzt in der Jugend um Punkte gegen den TV Isselhorst gespielt, allerdings vor zwei Jahren bereits zweimal gegen Mathias Böse, der da noch für den TV Emsdetten II aktiv war. Mathias Böse (30) führt den TVI im ersten Jahr mit der Kapitänsbinde auf die Platte und ist Kreisläufer und Abwehrchef.

„Die Glocke:“ Was erwartet Spitzenreiter Harsewinkel am Samstag in Isselhorst?

Böse: „Ich hoffe eine volle Halle und auf jeden Fall eine schwer motivierte Isselhorster Mannschaft, die alles geben wird, um die Punkte zu behalten.“

Bröskamp: „Eine kleine, enge Halle mit guter Stimmung. Die Tribüne wird rappelvoll und der Gegner heiß sein. Ich denke, dass es körperlich etwas härter zur Sache gehen wird.“

„Die Glocke:“ Was sind die Stärken des Gegners?

Böse: „Die individuelle Klasse und die Breite des Kaders. Auch deshalb ragt die TSG in der Liga heraus: Sie können ohne Qualitätsverlust wechseln.“

 Bröskamp: „Sie haben eine kompakte Abwehr mit großen Leuten, eine gute Körperlichkeit und einen guten Torwart im Verbund mit schnellen Außen, die Fehler des Gegners bestrafen.“

„Die Glocke“: Wie behauptet man sich in diesem Spiel?

Böse: „In erster Linie wird das bei uns über den Kampf und die Einstellung gehen, eben das, was uns vor Weihnachten ausgezeichnet hat. Wenn alle kämpfen, Gas geben und laut werden, dann sind wir nicht chancenlos. Und die Halle mit vielen Leuten ist nochmal eine Extra-Motivation.“

Bröskamp: „Wir dürfen nur wenig Fehler im Angriff machen, damit wir zu unserem Spiel finden. Der Ball muss laufen, bis zur klaren Torchance oder bis zum besser platzierten Mitspieler. Und die Würfe müssen treffen. Wir haben eine gute Abwehr mit guten Torhütern und können ein ähnliches Konterspiel aufziehen, wie Isselhorst. Wichtig ist, dass wir ruhig blieben, wenn Druck von den Zuschauern oder vom Gegner kommt. Da darf es keine Kurzschlusshandlungen geben.“

„Die Glocke“: Was ist Ihr persönlich schönster Derbyerlebnis?

Böse: „In Emsdetten gab es nicht viele Derbys. So gesehen war mein schönstes Derby in dieser Saison der 33:22-Sieg nach drei Auftaktniederlagen in Brockhagen. Der hat einfach gutgetan, das brauchten wir, und dann haben wir ja auch die 12:2-Punkte-Serie gestartet.“

Bröskamp: „In der Aufstiegssaison 2017/18 haben wir gegen Steinhagen zu Hause klar gewonnen und danach eine Siegesserie gestartet. Das war mit der positive Knackpunkt der Saison.“

„Die Glocke:“ Was darf auf keinen Fall passieren?

Böse: „Schwere Frage, auf keinen Fall dürfen bis Samstag fünf Leute krank werden. Und natürlich auch kein klarer früher Rückstand. Aber ich würde das Spiel auch nicht abschenken, wenn wir mit 0:7 hinten liegen.“

 Bröskamp: „Dass wir zum einen dumme Fehler machen oder uns von den Zuschauern nervös machen lassen. Auch unerwartete Abwehrvarianten dürfen uns nicht davon abbringen, unser Ding im Angriff zu machen. Hektische Fehler werden gerade in einem Derby bitter bestraft. Und wir müssen unbedingt mehr Aggressivität in der Abwehr zeigen, als in der ersten Halbzeit gegen Hahlen.“

 „Die Glocke“: Ist Spitzenreiter Harsewinkel der Favorit?

Böse: „Sie stehen mit nur zwei Minuspunkten ganz oben. Aber mit den Fans und mit unserer Geschlossenheit sehe ich eine realistische Chance. Ich erwarte ein enges Spiel.“

 Bröskamp: „Die Tabelle würde ja sagen. Ich glaube, wir sind leichter Favorit. Aber in dieser Atmosphäre kann alles passieren und auswärts waren wir bisher noch nicht so gut.“

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